Katholisch leben nördlich des Polarkreises
Die größte Herausforderung in seinem Alltag nicht nur die Diaspora-Situation, sondern auch die Vielfalt der Gemeinde, erzählt er uns: Menschen aus zahlreichen Ländern, unterschiedlichen Kulturen und mit ganz verschiedenen Lebensgeschichten prägen das Gemeindeleben.
Viele Gläubige kommen nur für einige Jahre nach Nordnorwegen – etwa zum Studium oder wegen der Arbeit. „Man muss damit leben, dass Menschen kommen und auch wieder gehen“, sagt Sohler. Umso wichtiger sei es, offen zu bleiben und allen das Gefühl zu geben, in der Kirche eine Heimat zu finden. Gleichzeitig gelte es, die einheimischen Katholiken nicht aus dem Blick zu verlieren.
Ermutigende Zeichen erlebt der Priester dennoch immer wieder. So habe sich ein junger Norweger, der im Rahmen eines Schulprojekts die katholische Kirche kennenlernen sollte, nach regelmäßigen Besuchen für die Taufe entschieden. Seine Ostertaufe zog zahlreiche Familienangehörige und Freunde an, die sonst kaum Berührung mit der katholischen Kirche hatten. Solche Momente weckten Interesse und schafften neue Begegnungen, berichtet Sohler.
In dem Gespräch, das wir am Rand des Katholikentags im Mai 2026 in Würzburg führten, betont der Pfarrer außerdem die große Bedeutung der Unterstützung durch das Bonifatiuswerk. Ohne diese Hilfe wäre die pastorale Arbeit im hohen Norden Norwegens deutlich schwieriger. Zugleich nimmt Sohler viele Eindrücke aus Deutschland mit nach Hause: Die Vielfalt kirchlicher Initiativen und Bewegungen sei für ihn eine Ermutigung, den Weg seiner kleinen Gemeinde in der Diaspora weiterzugehen.
(vatican news - cs)
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