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Papst Leo auf einem Archivbild (digitales Treffen mit jungen Amerikanern, 21.11.2025) Papst Leo auf einem Archivbild (digitales Treffen mit jungen Amerikanern, 21.11.2025)  (@Vatican Media)

Leo XIV.: Gebet verändert die Geschichte, eine Ära ohne Kriege möglich

Papst Leo XIV. ermutigt zu einer globalen und interdisziplinären Zusammenarbeit für Frieden und Eintracht, die der „Globalisierung der Ohnmacht“ entgegenwirkt. „In einer Zeit, die zunehmend von den Wunden von Krieg und Gewalt geprägt ist, sind eure Bemühungen dringend notwendig“, so das Kirchenoberhaupt an die Teilnehmer des aktuellen Internationalen Treffens für Frieden und Versöhnung an der Loyola University Chicago.

Die Initiative steht im Zusammenhang mit dem Projekt „Building Bridges Initiative“, das 2022 von Papst Franziskus ins Leben gerufen wurde und von der amerikanischen Universität durch eine Reihe von Veranstaltungen weitergeführt wird, bei denen insbesondere die Studierenden eine zentrale Rolle spielen.

Insgesamt vereint sie Studierende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Führungspersönlichkeiten aus Universitäten, die sich weltweit für den Frieden einsetzen, erinnert Papst Leo, der die Bemühungen der Teilnehmer positiv hervorhebt:  

„In einer Zeit, die immer stärker von den Wunden des Krieges und der Gewalt geprägt ist, sind eure Bemühungen notwendiger denn je.“

Mit „Gewalt und Täuschung“ angebotener Frieden nicht echt

Um die Förderung des Friedens voranzubringen, gelte es mehrere Prinzipien zu beachten, betont Papst Leo weiter. Zunächst handele es sich beim echten Frieden ein göttliches Geschenk, welches nicht bloß die Abwesenheit von Konflikt darstelle.

„Dieser Friede ist nicht wie jener, den die Welt uns anbietet (vgl. Joh 14,27), der leider oft durch Gewalt und Täuschung aufgezwungen wird.“

Ohne Angst und im Vertrauen auf Gottes Gegenwart ruft der Papst dazu auf, „Mitarbeiter Christi für den Frieden“ zu sein. „Der Herr geht mit uns, während wir daran arbeiten, die Harmonie in unseren Familien, in unseren lokalen Gemeinschaften, in unseren jeweiligen Ländern und in der ganzen Welt zu fördern.“

Engagement der internationalen Gemeinschaft

Zweitens ruft der Papst dazu auf, eine Beteiligung und ein Engagement der gesamten internationalen Gemeinschaft für den globalen Frieden zu suchen – über Grenzen, Glaubenstraditionen und Kulturen hinaus.

Dies erfordere eine systematische interdisziplinäre Zusammenarbeit, die „Institutionen, Organisationen, Wissenschaftler und Führungspersönlichkeiten aus verschiedenen Bereichen“ zusammenbringt – ein Ansatz, den die Initiative verfolgt und deren Arbeit „ein konkretes Beispiel“ dafür sei, „wie dies möglich ist“, würdigt Papst Leo weiter.

Der dauerhafte Weg der Versöhnung

Drittens erinnert das Kirchenoberhaupt mit einem Seitenblick auf seine Ansprache beim Internationalen Gebetstreffen für den Frieden der Gemeinschaft Sant’Egidio im vergangenen Oktober daran, dass „wahre Harmonie“ ein dauerhafter Weg der Versöhnung sei – ein Weg, der das eigene Leben, den Mitmenschen und die gesamte Schöpfung betreffe.

„In diesem Geist sind wir aufgerufen, eine Kultur der Versöhnung zu fördern, die fähig ist, die Globalisierung der Ohnmacht zu überwinden, die uns dazu verleitet zu glauben, dass eine konfliktfreie Zeit unerreichbar sei (vgl. Ansprache von Papst Leo XIV. beim Gebetstreffen für den Frieden, 28.10.2025).“

Die Kraft des Gebets

Abschließend bekräftigt der Papst erneut die starke versöhnende Kraft des gemeinsamen Gebets.

„Wenn Menschen verschiedener religiöser Traditionen sich im Gebet versammeln, hat es die Kraft, den Lauf der Geschichte zu verändern.“

Mit diesen Gedanken wolle er sie in ihren Bemühungen bestärken und gerne den Segen Gottes für sie erbitten, so der Papst abschließend in seiner Botschaft an die Teilnehmer des Treffens an diesem Samstag.

Ein hochkarätiges Treffen

An dem Treffen nehmen Studenten, Professoren und Fachleute aus verschiedenen Ländern Amerikas teil. Die Veranstaltung, die der Reflexion und dem Vorschlag konkreter Wege zur Friedensstiftung auf dem amerikanischen Kontinent gewidmet ist, wurde von der Loyola University in Chicago zusammen mit der Päpstlichen Kommission für Lateinamerika (PCAL) im Rahmen der von Papst Franziskus im Jahr 2022 ins Leben gerufenen „Building Bridges Initiative” organisiert. 

Neben der Botschaft von Papst Leo erhielt das Treffen unter dem Vorsitz des Erzbischofs von Chicago, Kardinal Blase Cupich, Botschaften von Erzbischof Filippo Iannone, Präfekt des Dikasteriums für die Bischöfe und Präsident der Päpstlichen Kommission für Lateinamerika; Kardinal José Tolentino de Mendonça, Präfekt des Dikasteriums für Kultur und Bildung; Nathalie Becquart, Untersekretärin des Synodensekretariats sowie von Lizardo Estrada, Generalsekretär des Lateinamerikanischen und Karibischen Bischofsrats (CELAM).

Die Teilnehmer befassen sich während der Arbeiten am Samstag mit fünf Themenbereichen: Frieden und Kirche; Frieden, Recht und Migration; Frieden und Wirtschaft; Kultur und Kunst, die zum Frieden inspirieren; sowie Frieden, Wahrheit und Gerechtigkeit im Zeitalter der künstlichen Intelligenz.

Die Begegnung, die mit der Botschaft des Papstes eröffnet wurde, sollte von Emilce Cuda, Sekretärin der Päpstlichen Kommission für Lateinamerika, abgeschlossen werden.

(vatican news - cs)

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07. März 2026, 16:31