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Papst Leo in Kamerun: Bote des Friedens und der Versöhnung

Mit Kamerun besucht Papst Leo ein Land, das von Gewalt und Konflikten gekennzeichnet ist. Beim Friedenstreffen mit Vertretern verschiedener Religionen in Bamenda hat der Pontifex erneut diejenigen verurteilt, die „den Namen Gottes für ihre eigenen Ziele verbiegen“, um zu zerstören. Zugleich würdigte er den Glauben und die Solidarität der dortigen Bevölkerung und erinnerte daran, dass Frieden durch Gemeinschaft entsteht.

Silvia Kritzenberger - Vatikanstadt

In Bamenda, der größten Stadt der englischsprachigen Regionen des Landes, haben die Kämpfe zwischen der Regierung und separatistischen Bewegungen seit 2017 Tausende Todesopfer gefordert. An diesem schicksalsträchtigen Ort fand das Friedenstreffen statt, bei dem der Papst eindringlich Versöhnung und Dialog anmahnte. Stellvertretend für das Leid, das die Bevölkerung dieses Landes noch immer erdulden muss, trugen ein traditioneller Herrscher des Mankon-Volkes, ein Imam, ein Vertreter der presbyterianischen Kirche, eine Ordensfrau und ein Binnenvertriebener ihre Erfahrungsberichte vor.

Papst Leo mit zwei Ordensfrauen, die drei Tage lang als Geiseln gehalten wurden
Papst Leo mit zwei Ordensfrauen, die drei Tage lang als Geiseln gehalten wurden   (@Vatican Media)

„Liebe Brüder und Schwestern, es ist mir eine Freude, hier bei euch in dieser leidgeprüften Region zu sein. Und wie eure Zeugnisse soeben gezeigt haben, lässt all das Leid, das euer Volk heimgesucht hat, heute umso deutlicher erkennen: Gott hat uns niemals verlassen! In ihm, in seinem Frieden, können wir immer wieder neu beginnen!“ begann der Papst seine Ansprache in der bis auf den letzten Platz gefüllten Kathedrale des heiligen Josef. Auch auf dem Platz vor dem Gotteshaus hatten sich die Menschen zahlreich versammelt.

Papst Leo mit dem König des Mankon-Volkes, Fru Asaah Angwafor IV.
Papst Leo mit dem König des Mankon-Volkes, Fru Asaah Angwafor IV.   (@Vatican Media)

Der Papst lobte den Einsatz der Menschen von Bamenda, „die trotz aller Widrigkeiten, die sie durchlebt haben, den anderen den Weg der Versöhnung und des Friedens“ zeigten. Er würdigte den Umstand, dass die Krise die christlichen und muslimischen Gemeinschaften einander nähergebracht habe und durch die Gründung einer Friedensbewegung durch geistliche Führer beider Religionen ein Netzwerk der Hoffnung entstanden sei, das „zwischen den gegnerischen Parteien zu vermitteln sucht.“

„Selig sind die Friedensstifter! Wehe jedoch denen, die die Religionen und selbst den Namen Gottes für ihre militärischen, wirtschaftlichen und politischen Zwecke verbiegen und damit das Heilige in Schmutz und Finsternis ziehen!““

„Ich würde mir das für so viele Orte auf der Erde wünschen!“, so der eindringliche Appell des Papstes. „Selig sind die Friedensstifter! Wehe jedoch denen, die die Religionen und selbst den Namen Gottes für ihre militärischen, wirtschaftlichen und politischen Zwecke verbiegen und damit das Heilige in Schmutz und Finsternis ziehen!“

Freude über den Papstbesuch
Freude über den Papstbesuch   (@Vatican Media)

Heilung und Wiederaufbau der Gesellschaft

Lobende Worte fand der Papst auch für die Frauen, Laien und Ordensschwestern, die sich in dieser schwierigen Zeit um die vom Krieg traumatisierten Menschen kümmern: ein unermüdlicher Einsatz, der oft unsichtbar, aber von unschätzbarem Wert sei für die Heilung und den Wiederaufbau der Gesellschaft.

Der Papst nahm auch Stellung zu den großen wirtschaftlichen und politischen Strukturen, die auf den Trümmern der Gewalt aufbauen. Er kritisierte die Verschwendung von Ressourcen für Krieg und Zerstörung, während gleichzeitig Mittel für Heilung und Wiederaufbau fehlten.

Das Friedenstreffen in Kamerun
Das Friedenstreffen in Kamerun   (@Vatican Media)

Eine verkehrte Welt, ein Zerrbild der Schöpfung Gottes

„Wer euer Land seiner Ressourcen beraubt, investiert in der Regel einen Großteil der Gewinne in Waffen, in eine Spirale der Destabilisierung und endlosen Sterbens,“ so Papst Leo. „Es ist eine verkehrte Welt, ein Zerrbild der Schöpfung Gottes. Jeder aufrichtige Mensch muss dies anprangern und ablehnen und jene Kehrtwende – Bekehrung – vollziehen, die in die entgegengesetzte Richtung führt, auf den tragfähigen und zielführenden Weg der menschlichen Geschwisterlichkeit. Die Welt wird von wenigen Herrschenden zerstört und von Myriaden solidarischer Brüder und Schwestern aufrechterhalten!“

Friedenstreffen mit Papst Leo
Friedenstreffen mit Papst Leo   (@Vatican Media)

Den Nächsten als Bruder und Schwester annehmen

Mit Bezug auf das Apostolische Schreiben Evangelii gaudium von Papst Franziskus erinnerte sein Nachfolger Papst Leo daran, dass es unsere Mission sei, „Frieden zu bringen, zu heilen und zu befreien“. Der Friede müsse nur angenommen werden, indem wir unseren Nächsten als Bruder und Schwester annehmen - wer immer oder wo auch immer dieser Nächste sein möge.

Abschließend stellte der Pontifex fest:

„Das ist die stille Revolution, deren Zeugen ihr seid! So wollen wir, wie der Imam gesagt hat, Gott danken, dass diese Krise nicht zu einem Religionskrieg ausgeartet ist und dass wir weiter danach streben, einander zu lieben! Machen wir unermüdlich und mutig weiter – und vor allem gemeinsam, immer gemeinsam! Lasst uns gemeinsam in Liebe voranschreiten und stets nach Frieden streben.”

(vaticannews – skr)


 

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16. April 2026, 14:40