Papst würdigt Kölner Engagement für die Weltkirche
Birgit Pottler - Vatikanstadt
Die Kirche sei „zu allen Völkern gesandt“, ohne sich aufzudrängen, sondern um „in Liebe Zeugnis für die Wahrheit abzulegen“, so der Papst. Dialog stärke die Gemeinschaft, eröffne Wege der Verständigung und diene dem Frieden. So werde die Kirche zu einem Zeichen der Einheit und der Hoffnung für die Welt.
Leo XIV. erinnerte an die historischen Wurzeln des Engagements: Bereits 1954 hatte die Erzdiözese Köln unter Kardinal Josef Frings und Generalvikar Josef Teusch eine Partnerschaft mit der Erzdiözese Tokio begründet – die erste ihrer Art in Deutschland. Auch Initiativen wie Misereor und Adveniat seien Ausdruck dieser Offenheit gewesen und hätten den Weg für die Gründung von „Weltkirche–Weltmission“ im Jahr 1976 bereitet.
Leo XIV. wörtlich: „Diese Vision einer wahrhaft universalen Kirche – die berufen ist zu Solidarität über die Grenzen Europas hinaus und die getragen ist von einer Kultur des Dialogs – ist nach wie vor zentral für die Identität eurer Organisation.“
Aus dem Geist des Konzils entstanden
Die Einrichtung entstand im Kontext der kirchlichen Erneuerung nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Insbesondere das Dekret Ad Gentes betonte den missionarischen Charakter der Kirche und die Verantwortung jeder Ortskirche für die Weltkirche. Auch die Beschlüsse der Würzburger Synode (1971–1975) gaben den Impuls, missionarische Arbeit und Entwicklungszusammenarbeit stärker zu koordinieren und zu professionalisieren.
Von Beginn an hatte die Kölner Stelle den Auftrag, die weltkirchliche Verantwortung konkret umzusetzen: durch Solidarität mit Kirchen im globalen Süden, durch Unterstützung katholischer Hilfswerke wie Misereor, Adveniat, Missio und der Päpstlichen Missionswerke sowie durch Bildungsarbeit in den Gemeinden.
Vom Missionsgedanken zum Dialog
Im Laufe der Jahrzehnte erweiterte sich das Profil der Einrichtung. Neben der klassischen Missions- und Entwicklungsarbeit gewann der interreligiöse und ökumenische Dialog zunehmend an Bedeutung. Gerade in einer pluralen und kosmopolitischen Stadt wie Köln wurde der Dialog zu einem zentralen Instrument kirchlichen Handelns und des gesellschaftlichen Zusammenlebens.
„Von diesem Geist bewegt“, so Papst Leo XIV., wurde die Erzdiözese Köln Gründungsmitglied des Dachverbandes der Hilfswerke für die katholischen Ostkirchen (ROACO – Riunione delle Opere di Aiuto alle Chiese Orientali). Darüber hinaus pflegt sie vielfältige Partnerschaften mit Kirchen weltweit, engagiert sich besonders im Nahen Osten und für die Ostkirchen und unterstützt unter anderem die Priesterausbildung sowie ältere Geistliche.
Der Papst verwies in diesem Zusammenhang - vom offiziellen Redetext abweichend - auch auf persönliche Erfahrungen: „Als ich Bischof in Peru, in Chiclayo, war, hat die Erzdiözese Köln ebenfalls eine Reihe verschiedener Initiativen unterstützt, darunter auch die Anschaffung von Sauerstoffproduktionsgeräten, die vielen Menschen das Leben gerettet haben. Und die Menschen sind bis heute dankbar für diese Unterstützung.“
Die Diözesanstelle verbindet internationale Partnerschaften – insbesondere mit Tokio sowie mit Diözesen in Lateinamerika und Afrika – mit Projektförderung, interreligiösem Austausch und der pastoralen Begleitung von Katholiken anderer Herkunftssprachen im Erzbistum.
Dienst an Einheit und Frieden
Papst Leo XIV. dankte den Verantwortlichen für ihren „großzügigen Dienst“, durch den die „universale Dimension der Kirche sichtbar und konkret“ werde. Dieses Engagement stärke die Einheit und sei ein wichtiges Zeugnis für das Evangelium des Friedens – gerade in einer von Konflikten geprägten Welt.
„In einer Welt, die so oft von Spaltung und Not geprägt ist“, sei dieses Zeugnis „heute notwendiger denn je“. Viele Menschen, die „aufgrund von Krieg, Gewalt und Armut gezwungen“ seien, „ihre Heimat zu verlassen“, „sind, um zu überleben, unmittelbar auf euer Engagement und eure Hilfsbereitschaft angewiesen“.
Der Papst rief dazu auf, diesen karitativen Einsatz fortzusetzen, damit Menschen in Not „weiterhin die Nähe der Weltkirche erfahren können“. Insbesondere ermutigte er, die Christen im Nahen Osten zu unterstützen, damit deren Traditionen bewahrt und gestärkt werden.
(Vatican News)
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