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Die Audienz im Vatikan Die Audienz im Vatikan  (@Vatican Media)

Papst mahnt soziale Gerechtigkeit und Reform der Sozialsysteme an

In einer Audienz für die Leitung und die Mitarbeitenden der italienischen Rentenversicherungsanstalt (INPS) hat Papst Leo XIV. an diesem Freitag die Bedeutung des Sozialstaates als Instrument der Solidarität hervorgehoben. Er rief dazu auf, die wirtschaftliche Entwicklung mit dem gemeinschaftlichen Zusammenhalt zu verbinden und das Gemeinwohl ins Zentrum institutionellen Handelns zu stellen.

Mario Galgano - Vatikanstadt

Der Papst wies in seiner Rede auf das globale Paradoxon hin, dass trotz vorhandenen Reichtums die Zahl der Menschen in extremer Armut steige. Er bezeichnete die Anhäufung von Ressourcen in den Händen weniger als ein ungerechtes Szenario, das keiner fremden Logik (Determinismus) unterliege, sondern durch moralisches Handeln und eine ehrlichere Verteilung gelöst werden müsse.

Zum Nachhören - was der Papst sagte

Kirchliche Tradition des Sozialschutzes

In seiner Ansprache zog der Pontifex eine Linie von der Sozialenzyklika Rerum novarum (1891) seines Namensvorgängers Leo XIII. bis hin zum aktuellen Pontifikat. Er erinnerte daran, dass das Recht auf soziale Sicherheit bereits von Johannes XXIII. und Paul VI. als Menschenrecht definiert wurde und unter Franziskus in der Enzyklika Fratelli tutti den Rang eines universellen Rechts einnahm.

Leo XIV. betonte, dass das Ziel der sozialen Sicherung darin bestehe, jedem Menschen durch Arbeit ein würdevolles Leben zu ermöglichen. Dabei spielten die Prinzipien der Subsidiarität und der menschlichen Geschwisterlichkeit eine tragende Rolle.

Die Audienz im Vatikan
Die Audienz im Vatikan   (@Vatican Media)

Herausforderungen durch technologischen Wandel

Ein Schwerpunkt der päpstlichen Ausführungen lag auf dem Wandel der Arbeitswelt im 21. Jahrhundert. Der Papst identifizierte mehrere Ursachen für diese Veränderungen: die zunehmende Kommerzialisierung von Unternehmen, die weltweite Auslagerung der Produktion, sowie den rasanten technologischen Fortschritt, insbesondere durch Künstliche Intelligenz.

Die ehemals linearen Berufsbiografien seien durch wachsende Prekarität und vielfältige Arbeitsformen wie Teilzeit-, Leih- oder Abrufarbeit ersetzt worden. Diese Entwicklung schaffe neue Bedürfnisse, für die staatliche Institutionen und Sozialversicherungsträger wie die INPS neue Verantwortungen übernehmen müssten.

Die Audienz im Vatikan
Die Audienz im Vatikan   (@Vatican Media)

Appell an die Menschlichkeit

Abschließend zitierte Leo XIV. eine Mahnung seines Vorgängers Franziskus aus dem Jahr 2015 und rief die Mitarbeitenden dazu auf, den Menschen nicht zu vergessen. Der Auftrag laute, für jene zu arbeiten, die im Berufsleben stehen, aber auch für jene, die gerne arbeiten würden, es aber nicht können.

Die Aufgabe der Rentenversicherung sei es, die Schwächsten zu unterstützen, damit niemandem die Würde und Freiheit für ein authentisch menschliches Leben fehle. Der Papst beendete die Begegnung mit einem Gebetsversprechen für die Angestellten und ihre Familien sowie dem apostolischen Segen.

(vatican news)

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10. April 2026, 12:51