13. Mai 1981: Attentat auf Johannes Paul - Wir erinnern
Stefanie Stahlhofen und Amedeo Lomonaco – Vatikanstadt
An jenem Mittwoch vor 45 Jahren, dem 13. Mai 1981, war der Himmel über Rom klar und der Petersplatz anlässlich der Generalaudienz mit Pilgern überfüllt. Zahlreiche Ordensleute, Schulklassen, Touristen und Gruppen von Gläubigen aus verschiedenen Regionen Italiens und aus dem Ausland waren zur Audienz angereist. Papst Johannes Paul II., der erste polnische Papst in der Geschichte der Kirche, war auf dem Platz und grüßte die Gläubigen. Die Stimmung war festlich. Doch plötzlich fallen Schüsse, der Papst sinkt blutüberströmt zu Boden. Kurz darauf wird er mit einem Krankenwagen in das päpstliche Gemelli-Krankenhaus gebracht.
Die Mitteilung des Vatikanpresseamts
Die Welt verfolgt mit großer Sorge die Nachrichten aus Rom. In der Mitteilung der Pressestelle des Heiligen Stuhls, die von der Tageszeitung „L’Osservatore Romano“ aufgegriffen wurde, heißt es:
„Heute wurde Johannes Paul II., der wie üblich vor Beginn der Generalaudienz in seinem weißen Papamobil über den Petersplatz fuhr, im Bereich rechts von der Basilika auf Höhe des mobilen Postbüros des Vatikans aus nächster Nähe von einem Ausländer, der sofort von der Polizei festgenommen wurde, mit Pistolenschüssen in den Bauch getroffen. Der Papst wurde sofort mit dem Krankenwagen in die chirurgische Abteilung des Policlinico Agostino Gemelli gebracht. Die Operation ist im Gange. Obwohl der Zustand des Papstes besorgniserregend ist, gibt es begründete Hoffnung auf Genesung."
Papst Johannes Paul II. vergibt dem Attentäter
Diese begründete Hoffnung findet schließlich ihren Ausdruck in einer Stimme. Es ist der 17. Mai 1981. Beim Regina-Caeli-Gebet versichert Papst Wojtyła, dass er für den Attentäter Mehmet Ali Ağca bete, dem er „aufrichtig vergeben“ habe.
„Liebe Brüder und Schwestern, ich weiß, dass ihr in diesen Tagen und besonders in dieser Stunde des Regina Coeli mit mir vereint seid. Ich danke euch tief bewegt für eure Gebete und segne euch alle. Ich bin besonders nah bei den beiden Menschen, die zusammen mit mir verletzt wurden. Ich bete für den Bruder, der mich angegriffen hat, dem ich aufrichtig vergeben habe. Vereint mit Christus, dem Priester und Opfer, bringe ich meine Leiden für die Kirche und für die Welt dar. Zu dir, Maria, wiederhole ich: „Totus tuus ego sum“."
Papst Leo XIV. und Papst Johannes Paul II.
Im Jahr 1981 war der jetzige Papst Leo XIV, damals 26 Jahre, bereits in Rom. Der US-Amerikaner Robert Prevost war von seinen Oberen nach Rom entsandt worden, um an der Päpstlichen Universität St. Thomas von Aquin (Angelicum) Kirchenrecht zu studieren. In der Ewigen Stadt wurde er am 19. Juni 1982 zum Priester geweiht. 2025 wurde er dann am 8. Mai Papst. Bezüge zu Papst Johannes Paul II. gibt es einige in dem noch jungen Pontifikat von Papst Leo XIV.: Beim Regina Caeli am 11. Mai 2025, drei Tage nach seiner Wahl auf den Stuhl Petri, richtet Papst Leo XIV. Worte an die Jugendlichen, die mit dem Pontifikat von Papst Wojtyła verschmelzen: „Und zu den jungen Menschen sage ich: „Habt keine Angst! Nehmt die Einladung der Kirche und Christi, des Herrn, an!“ „Habt keine Angst! Öffnet, ja reißt die Tore weit auf für Christus!" - dies waren die Worte, die Johannes Paul II. am 22. Oktober 1978 in der Predigt zu Beginn seines Pontifikats gesprochen hatte. Papst Leo XIV. feierte hingegen am 18. Mai 2025, dem Geburtstag von Johannes Paul II., die Messe zum Beginn seines Petrusdienstes.
(vatican news - sst)
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