Papst ruft Jesuiten-Hochschulen zu Antwort auf gesellschaftliche Krisen auf
Mario Galgano - Vatikanstadt
Die heutige Epoche sei von tiefgreifenden Veränderungen geprägt, die sich unter anderem in einer fortschreitenden Säkularisierung der Gesellschaften und dem Versuch, Gott aus der Öffentlichkeit zu verdrängen, äußerten. Zudem reagierten politische Systeme unzureichend auf die Nöte von Armen und Migranten, während die natürlichen Ressourcen der Erde oft eigennützig statt zum Gemeinwohl genutzt würden.
Als Orientierung für den Hochschulbereich hob der Papst die vier im Jahr 2019 bestätigten universellen apostolischen Präferenzen des Jesuitenordens hervor. Bezüglich der ersten Präferenz, dem Weg zu Gott durch geistliche Übungen, erklärte das Kirchenoberhaupt, dass Wissenschaft und die Suche nach Wahrheit letztlich eine Suche nach Gott darstellten. Angesichts eines wachsenden Interesses junger Menschen am Glauben ermutigte der Papst die Institutionen, an den Hochschulen weiterhin Gelegenheiten für die Teilnahme an den Exerzitien anzubieten.
An der Seite der Armen und Ausgegrenzten
Hinsichtlich der Absicht, an der Seite der Armen und Ausgegrenzten zu stehen, betonte der Papst die Pflicht der Bildungseinrichtungen, nicht nur über bestehende Ungerechtigkeiten zu informieren, sondern durch neue Modelle der Solidarität systemische Veränderungen anzustoßen. Höhere Bildung müsse zudem verstärkt für Einwanderer, Flüchtlinge und sozial Benachteiligte geöffnet werden, um deren gesellschaftliche Integration zu erleichtern und den universitären Austausch durch diverse Perspektiven zu bereichern. Zur dritten und vierten Präferenz – der Begleitung der Jugend und der Bewahrung der Schöpfung – hieß es, die Hochschulen sollten Orte der Hoffnung sein und durch ökologische Nachhaltigkeit sowie Einfachheit im praktischen Alltag ein direktes Vorbild im Umweltschutz liefern.
Ein weiterer Schwerpunkt der Ansprache lag auf den Auswirkungen der Künstlichen Intelligenz und neuer Technologien, deren Reichweite noch nicht vollständig absehbar sei. Leo XIV. rief dazu auf, sich frühzeitig mit den positiven wie negativen Konsequenzen dieser Entwicklung auseinanderzusetzen. Den Universitäten komme dabei die Aufgabe zu, die Prinzipien der kirchlichen Soziallehre so weiterzuentwickeln, dass sie angesichts der digitalen Revolution eine wirksame Relevanz entfalten können. Zum Abschluss rief der Papst dazu auf, die Tradition fortzusetzen, Menschen im Dienst für andere auszubilden, und erteilte den Anwesenden sowie deren Gemeinschaften den apostolischen Segen.
(vatican news)
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