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Alberto Ponzi und Papst Leo XIV.  Alberto Ponzi und Papst Leo XIV.   (@Vatican Media)

Papstbesuch in Vallepietra: „Ein großes Geschenk“

Der Priester Alberto Ponzi ist Rektor des Wallfahrtsortes in der Nähe von Subiaco, den Papst Leo XIV. an diesem Mittwoch überraschend besucht hatte. Er berichtet uns, wie seine Gemeinschaft die Visite empfunden hat.

„Für uns kam dieser Besuch völlig überraschend, aber er war etwas Außergewöhnliches. Es waren ziemlich viele Pilger da. Der Papst kam mit seinem Sicherheitsteam und mehreren Fahrzeugen an und begrüßte zunächst kurz die Menschenmenge. Dann ging er hinauf zum Heiligtum, blieb vor dem Bild der Heiligsten Dreifaltigkeit stehen und begab sich anschließend auf die Loggia des Heiligtums. Von dort richtete er einige Worte an die Pilger und erteilte ihnen den Segen. Danach zeigte ich ihm alle Räumlichkeiten des Heiligtums, und er war darüber sehr erfreut“, berichtet der Rektor, den unser Kollege Alessandro Di Bussolo telefonisch erreichte. Nach einer kurzen Pause im Refektorium, bei der Leo einen Kaffee zu sich genommen habe, habe er das Kirchenoberhaupt zum Freiluftaltar geführt, „von dem aus man das herrliche Panorama genießen kann“, erzählt er weiter.

Papst Leo XIV. genießt die Aussicht
Papst Leo XIV. genießt die Aussicht   (@Vatican Media)
Zum Nachhören

Vor dem Fresko habe der Papst eine Weile still gebetet. Anschließend habe er ihm die Geschichte und den Ursprung des Heiligtums erläutert, berichtet der Priester, der den Wallfahrtsort seit Herbst 2000 leitet.

Beim Abschied habe Papst Leo noch einmal alle Pilger gegrüßt. „Es gab also gewissermaßen einen doppelten Gruß: zuerst von der Loggia aus, als er die Pilger ansprach und segnete, und dann noch einmal, als er das Heiligtum verließ.“

Die Pilger waren erfreut über die unerwartete Begegnung
Die Pilger waren erfreut über die unerwartete Begegnung   (@Vatican Media)

Ein doppelter Gruß

Gut eine halbe Stunde habe sich das Kirchenoberhaupt an dem Wallfahrtsort aufgehalten, der jährlich Hunderttausende Pilger anzieht. „Es war wirklich etwas Außergewöhnliches, ein großes Geschenk für die Diözese und für das Heiligtum. Er nahm sich Zeit für die Pilger, begrüßte alle und besonders die Kinder. Es war einfach wunderschön“, so der sichtlich erfreute Rektor.

Im Inneren des Wallfahrtsortes
Im Inneren des Wallfahrtsortes   (@Vatican Media)

Ob Leo vor seiner Wahl zum Papst schon einmal dort gewesen sei, habe er ihm nicht verraten, räumt Alberto Ponzi ein. Während des Rundgangs in der Gruppe sei kaum Zeit für ein persönliches Gespräch geblieben. Stattdessen habe er dem Papst von den Pilgern erzählt, die den Wallfahrtsort besuchen, sowie davon, wie viele Menschen dort das Sakrament der Beichte empfangen.

„Ich schilderte ihm das Leben des Heiligtums. Er wurde von seinem Bruder John, seinem Sekretär und einem weiteren Ordenspriester begleitet“, berichtet der Rektor über den ungewöhnlichen Besuch. Zeit für einen Spaziergang in der Umgebung des Wallfahrtsortes habe sich der Papst allerdings nicht genommen; vielmehr sei er unmittelbar nach dem Besuch wieder mit der Wagenkolonne abgefahren.

„Er kam direkt auf den Vorplatz des Heiligtums und ging von dort hinauf zur Kapelle. Dann machte er einen kurzen Rundgang über das Gelände: zum Freiluftaltar und zur Loggia, von der aus man die gesamte Landschaft überblicken kann.“

Rektor Ponzi erklärt dem Papst die Geschichte seines Heiligtums
Rektor Ponzi erklärt dem Papst die Geschichte seines Heiligtums   (@Vatican Media)

Kurzfristige Ankündigung

Die Ankündigung des Besuchs sei erst kurzfristig am selben Morgen erfolgt, sodass die Gemeinschaft völlig überrascht gewesen sei.

„Natürlich hatten wir darauf gehofft, aber wir hatten keinerlei Anzeichen dafür. Erst heute Morgen, als plötzlich etwa fünfzehn Sicherheitsleute in Anzug und Krawatte auftauchten, wurde uns klar: Hier ist etwas Besonderes im Gange.“

Pilger auf dem Vorplatz in Vallepietra
Pilger auf dem Vorplatz in Vallepietra   (@Vatican Media)

Schon der 2. Besuch eines Papstes

Seinen kurzen Gruß an die Gläubigen habe der Papst spontan und ohne Mikrofon gesprochen und ihnen den Segen erteilt. Beim Besuch Johannes Pauls II., der das Heiligtum im Oktober 2000 aufgesucht hatte, sei er zwar bereits Rektor gewesen, habe sich jedoch ausgerechnet bei einer Versammlung der Wallfahrtsrektoren außerhalb des Ortes befunden, erinnert sich Ponzi. Dem Papst habe er gesagt:

„Heiliger Vater, wir sehen uns sicher bei einer Generalaudienz Ende September oder im Oktober wieder – zusammen mit den Pilgern, um für dieses große Geschenk zu danken. Auch der Bischof wusste übrigens nichts von dem Besuch.“

Vor allem die Gesichter der Pilger hätten ihn „tief beeindruckt“, sagt Ponzi.

„Es war wirklich etwas ganz Besonderes. Heute war ein wunderschöner, angenehmer Tag mit einer leichten Brise. Und dann diese in Weiß gekleidete Gestalt mitten unter den Menschen zu sehen – das war einfach schön. Es war wirklich sehr bewegend. Der Papst hat uns alle gesegnet. Als Erinnerung hinterließ er dem Heiligtum einen Kelch und schenkte auch Rosenkränze – unter anderem mir. Es war wirklich schön.“

(vatican news)

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22. Juli 2026, 14:40