Papst beim Angelus: „Nicht denken, man wisse schon alles vom Glauben"
Ausgangspunkt seiner Angelus-Ansprache war die Frage Jesu an seine Jünger im Matthäusevangelium: „Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“ Wie Leo erklärte, sei dies „eine grundlegende Stelle für die Jünger aller Zeiten, für jeden von uns“. Der Glaube werde „nicht ein für alle Mal geschenkt“. Christen müssten Christus und sein Evangelium immer neu entdecken, ihre Haltungen und Handlungen daran prüfen und dabei „die Versuchung überwinden, bereits alles zu wissen und den Glauben zu einer Gewohnheit zu machen“.
Besonders deutlich werde die Frage nach Christus in Situationen, die den Glauben fordern. Leo nannte hier auch „die Wunden und Nöte unserer Brüder und Schwestern“ sowie Beziehungen und Situationen, die das Gewissen beanspruchen. „Im Alltag unseres Lebens können wir prüfen, ob der Jesus, der Herr, für uns lediglich eine große Persönlichkeit der Geschichte ist, die wichtige Dinge gesagt und getan hat, oder ob er der Christus Gottes ist“, der das Leben und die Welt verändern könne.
Jesus rufe zu einer persönlichen Antwort und zu einer Beziehung aus nächster Nähe. Eine solche Begegnung könne verlangen, „neue Wege zu beschreiten und andere Entscheidungen zu treffen als die, die wir uns vorgestellt haben“. Das gelte nicht nur für Persönliches, sondern auch für die Kirche und ihre pastoralen Entscheidungen, betonte der Papst mit Blick auf eingeübte Routinen. Entscheidend sei, sich immer von neuem die Fragen zu stellen, die Jesus im Evangelium vorgibt: „Wer ist der Herr für mich? Kenne ich ihn wirklich? Was fordert sein Evangelium heute von mir?“
(vatican news – gs)
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