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„Global Alliance“: Gemeinsam für die Zukunft des Planeten

Die Zukunft des Planeten im Blick: am Mustergut „Borgo Laudato sì“ kommen noch bis diesen Dienstag in den päpstlichen Gärten von Castel Gandolfo Vertreter von über 60 internationalen Universitäten aus Europa, Asien, Amerika und Afrika und weltweit wichtiger Organisationen zusammen, die sich für die Bekämpfung der Klimakrise einsetzen.

Gianmarco Murroni – Vatikanstadt

Mit dem Ziel, Forschungseinrichtungen, Gemeinschaften und Institutionen zu vernetzen, die sich für nachhaltige Praktiken stark machen, wurde eine „Global Alliance“ gegründet. Die Teilnehmenden des zweitägigen Austausches in Castel Gandolfo wollen gemeinsam einen integrierten Ansatz für Nachhaltigkeit entwickeln, der auf den Prinzipien der Enzyklika Laudato si' und der Soziallehre der Kirche basiert. Gefördert wird das Projekt vom „Centro di Alta Formazione Laudato si'“ (CAF) und der Universität Notre Dame.

Integrale Ökologie verwirklichen

„Wir haben hier 60 Universitäten, die über 400 Institutionen vertreten und Studien erstellt haben, und wir versuchen derzeit, das gesamte Wissen, das wir produziert haben, zusammenzufassen“, berichtet gegenüber Radio Vatikan Kardinal Fabio Baggio, der Generaldirektor des „Zentrums für höhere Bildung Laudato si'“ (Centro di Alta Formazione Laudato si', CAF), das damit beauftragt ist, die gleichnamige Sozialenzyklika von Papst Franziskus in die Praxis umzusetzen. In Punkto Nachhaltigkeit gebe es noch viel zu tun, so der Kardinal:

„Die ökologische Umkehr, die Laudato si' fördert, ist noch weit entfernt, und wir stellen fest, dass die Welt in eine andere Richtung zu gehen scheint. Wir hoffen, dass wir mit unserem kleinen Beitrag erneut auf diese große Notwendigkeit aufmerksam machen können: Wir müssen uns zur integralen Ökologie bekehren. Wir brauchen ein Bündnis, in dem wir alle zusammenarbeiten können. Wir brauchen viel: nicht nur Wissen, sondern auch Produktion und weltweite Verbreitung“, so der Direktor des Laudato sì-Zentrums.

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Aufbau einer globalen Allianz 

Papst Franziskus habe den „Borgo Laudato sì“ als greifbares Zeichen der Nachhaltigkeit geschaffen, erläutert die Ordensschwester Alessandra Smerilli den Ansatz des „Borgo Laudato sì“. Sie ist Sekretärin des vatikanischen Dikasteriums für den Dienst der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen und Mitglied des Verwaltungsrates des „Centro di Alta Formazione Laudato si'“ (CAF). Dass hier nun auch ein internationaler Austausch zur Anwendung der Prinzipien der Sozialenzyklika „Laudato sì“ stattfindet, begrüßt sie sehr: „Es ist sehr schön, hier zu sein, mitten in der Natur, und gemeinsam mit einer internationalen Gruppe von Experten, Wissenschaftlern und Menschen, die in diesem Bereich tätig sind, darüber zu sprechen, was wir als Katholiken gemeinsam tun können, damit Laudato sì ernst genommen wird.“

Für Schwester Smerilli sind es Wünsche, die „uns zur Veränderung bewegen, und hier, an diesem Ort, umgeben von Zeichen, die uns sagen, dass man anders leben kann, kommen die tiefsten Wünsche zum Vorschein. Was ich mir von diesem Treffen erhoffe, ist, dass wir mit großen Wünschen, aber auch mit dem großen Wunsch, sie in die Praxis umzusetzen und dies gemeinsam zu tun, nach Hause gehen. Wir bauen eine globale Allianz für Laudato sì auf, und das ist keine Kleinigkeit: In einer Welt, in der es so viele Spaltungen gibt, ist es von grundlegender Bedeutung, dass wir uns alle zusammenschließen und sagen: ‚Wir können es schaffen‘.“

Ein Referenzmodell

Das Modell des Borgo Laudato Sì basiert auf drei Grundpfeilern, erklärt der Ingenieur Antonino Errigo, Generalsekretär des „Centro di Alta Formazione Laudato si'“ (CAF): „An erster Stelle steht die inklusive Bildung, dann die regenerative Wirtschaft und schließlich die ökologische Nachhaltigkeit. Heute haben wir die erste echte Gelegenheit, dieses Modell zu verbreiten und Ideen aufzunehmen, die uns helfen können, uns zu verbessern“, kommentiert er den internationalen Austausch am Montag und Dienstag im „Borgo Laudato sì“.

Die Verbesserung betreffe auch die zur Verfügung gestellten Techniken und Technologien: „Wir beginnen, Fortschritte in unserer Arbeit zu sehen. Zum Beispiel haben wir den Photovoltaik- und den Solarplan fertiggestellt: Im Borgo befindet sich das erste NZEB-Gebäude des Vatikans mit sehr hoher Energieeffizienz. Wir sind auch dabei, das Wassersystem mit einer intelligenten Bewässerungsanlage fertigzustellen, die Regenwasser sammelt und Abwasser reinigt. All dies wird der Landwirtschaft dienen, die sowohl traditionell als auch regenerativ sein wird.“

Ökosoziales Mustergut und Bildungszentrum 

Der „Borgo Laudato si’“ (eröffnet Sept. 2025) ist ein ökosoziales Mustergut und ein Bildungszentrum für integrale Ökologie in Castel Gandolfo, das auf Initiative von Papst Franziskus entstand. Auf 55 Hektar vereint es nachhaltige Landwirtschaft, moderne Energienutzung und soziale Inklusion, um die Prinzipien der Enzyklika „Laudato si’“ praktisch umzusetzen. Eröffnet wurde das Zentrum im September 2025 durch Franziskus‘ Nachfolger, Papst Leo XIV..

(vatican news - pr)
 

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10. März 2026, 12:30