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Heiliger Stuhl: „Gesundheit indigener Völker moralisches Gebot“

Der Heilige Stuhl ruft zum umfassenden Schutz indigener Völker auf und verurteilt die Auswirkungen bewaffneter Konflikte auf diese Gemeinschaften.

Vatican News

Das geht aus einer Wortmeldung des Vertreters des Heiligen Stuhles bei der 25. Sitzung des Ständigen Forums der Vereinten Nationen für indigene Angelegenheiten hervor, die diese Woche stattfand.

Der Heilige Stuhl begrüßte grundsätzlich, dass es bei der Sitzung um das Thema der Gesundheit indigener Völker ging, insbesondere im Kontext bewaffneter Konflikte. Das von der Ständigen Vertretung des Heiligen Stuhls vorgelegte Dokument bekräftigte, dass Gesundheitsförderung ein „tiefgreifendes moralisches Gebot“ darstellt, das in der unantastbaren Würde jedes Menschen begründet sei.

Recht auf Gesundheit im umfassenden Sinn

Laut Heiligem Stuhl muss das Recht auf Gesundheit in seinem umfassendsten Sinne verstanden werden: körperlich, geistig, kulturell und spirituell. Aus dieser Perspektive haben indigene Völker das Recht auf verbesserte wirtschaftliche und soziale Bedingungen, einschließlich Gesundheit und Hygiene, ohne Diskriminierung. Sie müssen zudem die Möglichkeit haben, an der Entwicklung und Ausgestaltung von Gesundheitsprogrammen, die sie betreffen, mitzuwirken und ihre traditionellen Heilmittel zu bewahren.

Besonders schutzbedürftige Gruppen

Der Heilige Stuhl bekräftigte weiter die Notwendigkeit wirksamer Maßnahmen zur Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Lage indigener Völker, insbesondere älterer Menschen, Frauen, Kinder, Jugendlicher und Menschen mit Behinderungen. Die Regierungen werden aufgefordert, die kulturellen, wirtschaftlichen, sprachlichen und informationellen Barrieren abzubauen, die den Zugang zu einer qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung behindern.

Gesundheitsversorgung unter Achtung indigener Kulturen

Neben dem Zugang zur Gesundheitsversorgung betonte der Heilige Stuhl die Notwendigkeit einer kultursensiblen Gesundheitsversorgung. Die Einführung von Gesundheitsmodellen, die die Würde und die Rechte indigener Völker missachten, berge die Gefahr, zu einer „neuen Form der Kolonisierung“ zu werden, machte der Heilige Stuhl deutlich.

Auswirkungen bewaffneter Konflikte

Den verheerenden Folgen von Kriegen für indigene Gemeinschaften wurde große Aufmerksamkeit gewidmet. Der Heilige Stuhl stellte fest, dass indigene Völker in bewaffneten Konflikten besonders gefährdet seien. Gewalt könne zur Zerstörung der Gesundheitsinfrastruktur, zur Vertreibung von Familien und zur Gefährdung durch Traumata, Infektionskrankheiten und Mangelernährung führen. Daher rief der Heilige Stuhl zur strikten Einhaltung des humanitären Völkerrechts und zur Verurteilung vorsätzlicher Angriffe auf die Zivilbevölkerung, einschließlich der Behinderung humanitärer Hilfe, auf.

Appell von Papst Leo XIV.

Im Schlussteil der Wortmeldung wurde Papst Leo XIV. zitiert, der in seiner Botschaft zum Jubiläum der indigenen Völker erklärte: „In der Versammlung der Nationen müssen indigene Völker ihren menschlichen, kulturellen und christlichen Reichtum mutig und frei präsentieren können.“ Vor dem Forum wurde die Hoffnung geäußert, dass die Konferenz der Vereinten Nationen dazu beitragen werde, konkrete Maßnahmen zu fördern, die die jedem Menschen von Gott gegebene Würde achten und das Gemeinwohl fördern.


(vatican news)
 

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23. April 2026, 12:49