UNO: Vatikan fordert Neuausrichtung der Entwicklungsfinanzierung
Bezugnehmend auf das im Juli 2025 verabschiedete „Sevilla-Commitment“ unterstrich der Heilige Stuhl, dass Menschen das Zentrum aller Maßnahmen bilden müssten. Finanzielle Rahmenbedingungen und Instrumente seien lediglich Mittel zum Zweck. Ihr Wert bemessene sich an der Fähigkeit, die Würde jedes Einzelnen zu wahren und das Wohlergehen der Bedürftigsten zu fördern.
Die Delegation zitierte das Sevilla-Dokument mit dem Ziel, „die Menschen in den Mittelpunkt all unseres Handelns zu stellen und den Weg in eine bessere Zukunft für die gesamte Menschheit zu bekräftigen“.
Kritik an Rüstungsausgaben und Verschuldung
Besorgt äußerte sich die Mission über die Kluft zwischen internationalen Zusagen und der Realität in den am wenigsten entwickelten Ländern, Binnenentwicklungsländern und kleinen Inselstaaten. Es wurde darauf hingewiesen, dass hohe Schuldenlasten öffentliche Investitionen in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Sozialschutz behindern.
Während Hilfszusagen oft nicht eingehalten würden, verzeichne die Weltgemeinschaft gleichzeitig einen Anstieg der Rüstungsausgaben. Die Delegation bezeichnete diesen Zustand als ein Versagen, das über politische Defizite hinausgehe.
Forderungen an die Staatengemeinschaft
Die Umsetzung der Sevilla-Zusagen wurde als ein „Akt der Solidarität“ beschrieben. Konkret formulierte der Heilige Stuhl konkrete Erwartungen an Geberländer. So sollten wohlhabende Nationen ihren Verpflichtungen zur offiziellen Entwicklungshilfe nachkommen. Was die Schuldenmechanismen betreffe, müssten Instrumente zur Entlastung zugänglicher, transparenter und stärker an menschlichen Bedürfnissen orientiert sein. Auch die Privatwirtschaft sollte privates Kapital nicht ausschließlich auf Kapitalrendite, sondern auf das Gemeinwohl ausrichten. Und die Empfängerländer werden dazu aufgerufen, gegenüber verschuldeten Staaten ihre Ausgaben transparenter zu gestalten und sicherzustellen, dass Mittel tatsächlich in die Entwicklung fließen.
Abschließend verwies die Mission auf Worte von Papst Leo XIV., der in seiner Enzyklika Dilexi Te betonte, dass die Anerkennung gleicher Würde aller Menschen es verbiete, die massiven Unterschiede zwischen Ländern und Regionen zu ignorieren.
(vatican news - mg)
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