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Erzbischof Chica Arellano (Archivbild) Erzbischof Chica Arellano (Archivbild) 

Vatikan mahnt bei Afrika-Konferenz nachhaltige Ernährungssysteme an

Im Rahmen der 34. Sitzung der Regionalkonferenz für Afrika (ARC) in Nouakchott, Mauretanien, hat der Ständige Beobachter des Heiligen Stuhls bei der FAO, dem IFAD und dem WFP, Erzbischof Fernando Chica Arellano, die Position des Vatikans zur Transformation der Agrarsysteme dargelegt. In seinem Beitrag zum 10. Tagesordnungspunkt betonte er die Dringlichkeit, auf die zunehmenden globalen Krisen zu reagieren, welche die Nahrungsmittelversorgung des Kontinents gefährden.

Mario Galgano - Vatikanstadt

Erzbischof Arellano verwies auf Herausforderungen wie bewaffnete Konflikte, extreme Wetterereignisse und wirtschaftliche Erschütterungen. Diese Faktoren üben erheblichen Druck auf Anbauflächen, Wasserressourcen und die biologische Vielfalt aus. Laut dem UN-Bericht über den Zustand der Ernährungssicherheit (SOFI 2025) litten im Jahr 2024 rund 673 Millionen Menschen an Hunger.

Besorgniserregend sei die Prognose, dass bis zum Jahr 2030 etwa 512 Millionen Menschen chronisch unterernährt sein könnten, wobei 60 Prozent der Betroffenen in Afrika leben. Der Vatikanvertreter forderte dazu auf, alle verfügbaren Energien im Geiste der Solidarität zu mobilisieren, „damit niemand auf der Erde die notwendige Nahrung vermisst, sowohl in Bezug auf die Quantität als auch auf die Qualität“.

Notwendigkeit einer systemischen Erneuerung

In seinem Redebeitrag zitierte Arellano Papst Leo XIV., der bereits im Juni 2025 vor der FAO erklärt hatte, dass die bloße Produktion von Nahrungsmitteln nicht ausreiche. Es sei vielmehr entscheidend, die Systeme so zu gestalten, dass sie gesundheitsfördernde Ernährung für alle zugänglich machen. Erzbischof Arellano forderte ein Überdenken der aktuellen Logik:

„Es geht darum, unsere Ernährungssysteme in einer solidarischen Perspektive neu zu denken und zu erneuern, indem wir die Logik der wilden Ausbeutung der Schöpfung überwinden und unser Engagement besser auf die Bewirtschaftung und den Schutz der Umwelt und ihrer Ressourcen ausrichten“.

„Logik der wilden Ausbeutung der Schöpfung überwinden“

Strategien für die Zukunft Afrikas

Um das Potenzial des afrikanischen Kontinents voll auszuschöpfen, schlägt der Vertreter des Heiligen Stuhls gezielte Investitionen, Innovationen und die Förderung von Kompetenzen vor. Besondere Bedeutung komme dabei der Schaffung von Arbeitsplätzen für die Jugend, der Stärkung von Frauen und der Verbesserung des Marktzugangs zu. Zudem müssten die Ursachen von Migration an ihrer Wurzel bekämpft werden.

Abschließend unterstrich Erzbischof Arellano, dass jeder Prozess der Optimierung fest in der Achtung der unveräußerlichen Menschenwürde verankert sein müsse. Nur auf dieser Grundlage ließen sich Ernährungssysteme aufbauen, die „widerstandsfähiger und gerechter“ seien – sowohl zum Wohle der bedürftigen Menschen als auch der Schöpfung.

(vatican news)

 

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16. April 2026, 15:25