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Die Preisverleihung in Straßburg Die Preisverleihung in Straßburg

Parolin: EU soll „kreative Kraft“ für den Frieden sein

Diesen Dienstag wurde in Straßburg erstmals der Europäische Verdienstorden verliehen. Unter den Persönlichkeiten, die für ihren vorbildlichen Einsatz für Europa geehrt wurden, war auch die „Nummer zwei“ im Vatikan: Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin.

Silvia Kritzenberger - Vatikanstadt

In seiner Rede bei der Verleihungszeremonie am Europäischen Parlament in Straßburg hob der vatikanische Chefdiplomat die internationalen Bemühungen des Papstes und des Heiligen Stuhls für ein ziviles Zusammenleben hervor, das die unantastbare Würde des Menschen bekräftigt. Parolin erhielt die Ehrung für seinen „diplomatischen Einsatz zur Beilegung von Konflikten sowie sein Engagement für den interkonfessionellen Dialog, soziale Gerechtigkeit und die Wahrung der Grundrechte.

In einer Welt, in der Konflikte wieder aufflammen, der Frieden an mehreren Fronten bedroht ist und auch der alte Kontinent durch den Krieg in der Ukraine erschüttert wurde, müsse die Europäische Union als Sprachrohr jenes „kreativen Bemühens“ um Harmonie auftreten, das Robert Schuman beschrieben hat – einer der Gründerväter der EU, dessen Seligsprechungsprozess gerade läuft, so Parolin.

Für Harmonie unter den Völkern

Der Kardinal überbrachte die Grüße von Papst Leo und betonte, dass die Harmonie unter den Völkern ein „grundlegendes Versprechen“ der Europäischen Union und eine „klare internationale Verpflichtung“ des Heiligen Stuhls bleibe, wie der Papst selbst mehrfach bekräftigt habe. Grundlage dieses „zivilen Zusammenlebens“ seien Werte, die ihre Wurzeln in der christlichen Geschichte Europas haben, „vor allem die Bekräftigung der Menschenwürde, die unantastbar ist und in jeder Lebensphase geschützt werden muss.“ Der Kardinalstaatssekretär schloss seine Rede mit der Bekräftigung der Bereitschaft des Heiligen Stuhls, mit den europäischen Institutionen zusammenzuarbeiten, um „Baumeister des Friedens im Interesse Europas und der gesamten Welt zu sein.“

Hintergrund

Der 71jährige Italiener Pietro Parolin ist seit fast 13 Jahren oberster Diplomat des Papstes. Mit dem Europäischen Verdienstorden wurden neben ihm noch 20 weitere europäische Persönlichkeiten aus Politik, Kultur, Wissenschaft und Sport ausgezeichnet, etwa die ehemalige deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, der polnische Friedensnobelpreisträger Lech Walesa und der portugiesische Politiker und Wirtschaftswissenschaftler Aníbal Cavaco Silva. Der Preis wurde anlässlich des 75. Jahrestages der Schuman-Erklärung ins Leben gerufen, die mit der Schaffung einer Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl den Grundstein für ein vereintes Europa legte.

(vaticannews – skr)
 

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19. Mai 2026, 16:46