Neuer Gardist Iseli: „Eine einmalige Lebenserfahrung“
Mario Galgano - Vatikanstadt
Iseli, der aus einem Dorf im Kanton Solothurn stammt und seit Juni des vergangenen Jahres im Vatikan tätig ist, bezeichnete die Zeremonie in der Audienzhalle als ein tiefgreifendes Erlebnis.
Obwohl er zunächst bedauert hatte, dass die Vereidigung aufgrund der Umstände nicht im Freien im Damasushof, sondern in der Halle stattfand, zeigte er sich im Nachhinein zufrieden mit dieser Entscheidung. Er erklärte, dass seine Angehörigen und Gäste so einen besseren Blick auf die Abläufe gehabt hätten und näher am Geschehen sein konnten. Für den 23-jährigen Solothurner ist der Dienst in der kleinsten Armee der Welt die Erfüllung eines lang gehegten Vorhabens, das seinen Ursprung in seiner Zeit als Ministrant nahm. Sein damaliger Pfarrer habe die Begeisterung für die Schweizergarde geweckt, ein Interesse, das während Iselis eigener Militärzeit in der Schweiz wieder aufgegriffen wurde.
Der erste in der Familie
In seiner Familie ist Noël Iseli der erste, der den Weg nach Rom einschlug. Während seine Mutter anfangs Bedenken wegen der zweijährigen Abwesenheit geäußert habe, erfuhr er letztlich volle Unterstützung durch beide Elternteile bei seinem Bewerbungsprozess. Den Alltag im Vatikan beschreibt der Gardist als ein Privileg, das durch das historische Umfeld und die täglichen Begegnungen geprägt sei. Besonders die Kontakte zu Touristen und anderen Angestellten der Kurie empfinde er als bereichernd. Er betonte, dass er seinen Dienst jeden Tag mit Freude antrete.
Trotz der Nähe zum Papst, die sich aus der Schutzfunktion der Garde ergibt, sind persönliche Gespräche selten. Iseli berichtete jedoch von einer Begegnung nach der Neujahrsmesse, bei der er kurz mit Papst Leo XIV. sprechen konnte. Er bezeichnete diesen Moment als glücklichen Umstand. Mit Blick auf potenzielle Nachfolger empfahl der Hellebardier jungen katholischen Schweizern, den Schritt nach Rom zu wagen. Für ihn stelle der Aufenthalt in einem Land mit einer anderen Sprache und Kultur eine prägende Erfahrung dar, die ihn sein gesamtes Leben begleiten werde. Er betonte, dass der Dienst für jeden jungen Mann, der bereit für eine neue Erfahrung sei, eine wertvolle Chance darstelle.
(vatican news)
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