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Neuer Gardist Iseli: „Eine einmalige Lebenserfahrung“

Nach der feierlichen Vereidigung von 28 neuen Hellebardieren der Päpstlichen Schweizergarde am Mittwochnachmittag schilderte der Rekrut Noël Iseli seine Eindrücke von den Festlichkeiten und seinem bisherigen Dienst. Das Gespräch fand an diesem Donnerstag kurz vor der Privataudienz statt, bei der Papst Leo XIV. die neuen Gardisten und deren Angehörige empfing.

Mario Galgano - Vatikanstadt

Iseli, der aus einem Dorf im Kanton Solothurn stammt und seit Juni des vergangenen Jahres im Vatikan tätig ist, bezeichnete die Zeremonie in der Audienzhalle als ein tiefgreifendes Erlebnis.

Zum Nachhören - was der neue Gardist sagt

Obwohl er zunächst bedauert hatte, dass die Vereidigung aufgrund der Umstände nicht im Freien im Damasushof, sondern in der Halle stattfand, zeigte er sich im Nachhinein zufrieden mit dieser Entscheidung. Er erklärte, dass seine Angehörigen und Gäste so einen besseren Blick auf die Abläufe gehabt hätten und näher am Geschehen sein konnten. Für den 23-jährigen Solothurner ist der Dienst in der kleinsten Armee der Welt die Erfüllung eines lang gehegten Vorhabens, das seinen Ursprung in seiner Zeit als Ministrant nahm. Sein damaliger Pfarrer habe die Begeisterung für die Schweizergarde geweckt, ein Interesse, das während Iselis eigener Militärzeit in der Schweiz wieder aufgegriffen wurde.

Lichtprojektion des Schweizer Lichtkünstlers Gerry Hofstetter auf die Fassade der Kaserne der Päpstlichen Schweizergarde im Vatikan anlässlich der Vereidigung der neuen Schweizergardisten am 6. Mai 2026.
Lichtprojektion des Schweizer Lichtkünstlers Gerry Hofstetter auf die Fassade der Kaserne der Päpstlichen Schweizergarde im Vatikan anlässlich der Vereidigung der neuen Schweizergardisten am 6. Mai 2026.

Der erste in der Familie

In seiner Familie ist Noël Iseli der erste, der den Weg nach Rom einschlug. Während seine Mutter anfangs Bedenken wegen der zweijährigen Abwesenheit geäußert habe, erfuhr er letztlich volle Unterstützung durch beide Elternteile bei seinem Bewerbungsprozess. Den Alltag im Vatikan beschreibt der Gardist als ein Privileg, das durch das historische Umfeld und die täglichen Begegnungen geprägt sei. Besonders die Kontakte zu Touristen und anderen Angestellten der Kurie empfinde er als bereichernd. Er betonte, dass er seinen Dienst jeden Tag mit Freude antrete.

Noël Iseli
Noël Iseli

Trotz der Nähe zum Papst, die sich aus der Schutzfunktion der Garde ergibt, sind persönliche Gespräche selten. Iseli berichtete jedoch von einer Begegnung nach der Neujahrsmesse, bei der er kurz mit Papst Leo XIV. sprechen konnte. Er bezeichnete diesen Moment als glücklichen Umstand. Mit Blick auf potenzielle Nachfolger empfahl der Hellebardier jungen katholischen Schweizern, den Schritt nach Rom zu wagen. Für ihn stelle der Aufenthalt in einem Land mit einer anderen Sprache und Kultur eine prägende Erfahrung dar, die ihn sein gesamtes Leben begleiten werde. Er betonte, dass der Dienst für jeden jungen Mann, der bereit für eine neue Erfahrung sei, eine wertvolle Chance darstelle.

(vatican news)

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07. Mai 2026, 11:31