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Der Präfekt des Dikasteriums für den interreligiösen Dialog, Kardinal George Jacob Koovakad, bei der Konferenz im Angelicum Der Präfekt des Dikasteriums für den interreligiösen Dialog, Kardinal George Jacob Koovakad, bei der Konferenz im Angelicum 

Vatikan und Italien: Religionen im Einsatz für Frieden und Dialog

Akademiker, Wissenschaftler und Vertreter verschiedener Religionen haben sich von Dienstag bis Mittwoch in Rom bei einer Tagung zum Thema „Buddhisten, Christen, Hindus, Jains und Sikhs in Europa: Brüderlichkeit durch Dialog und Zusammenarbeit schaffen“ getroffen. Organisator war das vatikanische Dikasterium für interreligiösen Dialog. Am Donnerstag wollen Vertreter der Religionsgemeinschaften in Italien einen Pakt zu Dialog und sozialem Zusammenhalt unterzeichnen.

Bei der Tagung am Angelicum in Rom hatten die Teilnehmer das gemeinsame Engagement für die Förderung einer Kultur der Begegnung und Zusammenarbeit zum Wohle aller bekräftigt, um „Brüderlichkeit und Frieden“ in der Welt zu schaffen, teilte das Dikasterium für interreligiösen Dialog zum Ende des Treffens diesen Mittwoch mit. Die Veranstaltung brachte Menschen zusammen, die sich für die Stärkung der menschlichen Brüderlichkeit durch interreligiösen Dialog und Zusammenarbeit in Europa einsetzen. 

Die Konferenz fand laut dem Dikasterium in einer herzlichen Atmosphäre und im Geiste des Respekts und der Offenheit statt und bot Gelegenheit zum Zuhören, Lernen und zur gegenseitigen Bereicherung. Die Teilnehmer hätten „über die Herausforderungen nachgedacht, denen sich heutige Gesellschaften gegenübersehen, und die Bedeutung von Dialog und Zusammenarbeit als Mittel zur Förderung von Verständnis, Solidarität und Hoffnung bekräftigt". Als eines der Ergebnisse betonten die Teilnehmer, dass Gläubige, „sich niemals der Aufgabe entziehen dürfen, das Wachstum der Brüderlichkeit durch konkrete Taten zu fördern, die Frieden, Harmonie und das Wohlergehen aller begünstigen." Sie bekräftigten zudem, wie wichtig es sei, „heute gegenseitigen Respekt, Zusammenarbeit und gemeinsames Engagement zu stärken und dabei gleichzeitig in den jeweiligen religiösen Traditionen verwurzelt zu bleiben“.

„Gegenseitigen Respekt, Zusammenarbeit und das gemeinsame Engagement stärken und dabei gleichzeitig in den jeweiligen religiösen Traditionen verwurzelt bleiben“

Italien: Religionsvertreter unterzeichnen Pakt für Frieden

Am Donnerstag wollen Vertreter der Religionsgemeinschaften in Italien „zum ersten Mal in der Geschichte" des Landes einen Pakt zu Dialog und sozialem Zusammenhalt unterzeichnen. Das berichtet der italienische katholische Pressedienst „Sir" diesen Mittwoch. Das Abkommen mit dem Titel „La via italiana del dialogo. Le religioni nello spazio pubblico e per la coesione sociale" (etwa: Der italienische Weg des Dialogs. Die Religionen im öffentlichen Raum und für sozialen Zusammenhalt) wollen demnach das Italienische Buddhistische Institut Soka Gakkai, die Nationale Geistliche Versammlung der Bahá’í Italiens; die Sikhi Sewa Society; das Istituto Tevere; der Italienische Islamische Verband; die Italienische Islamische Religionsgemeinschaft; die Versammlung der Rabbiner Italiens; die Heilige Orthodoxe Erzdiözese Italiens; das Islamische Kulturzentrum Italiens; die Union der Islamischen Gemeinschaften Italiens; die Italienische Hinduistische Union; die Union der Jüdischen Gemeinden Italiens; die Italienische Bischofskonferenz; der Verband der Evangelischen Kirchen in Italien und die Italienische Buddhistische Union unterschreiben. Die Unterzeichnung des Pakst ist für 9.30 Uhr in Rom im Auditorium der Ara Pacis angesetzt; a m Nachmittag um 16 Uhr soll der Pakt dem italienischen Staatspräsidenten,  Sergio Mattarella, im Quirinal überreicht werden. 

„Die einflussreichsten religiösen Vertreter des Landes werden in einem Akt der Verantwortung zusammenkommen, um den sozialen Zusammenhalt durch den interreligiösen Dialog zu stärken“

Treffen seit 2023, nun Meilenstein

Das Abkommen stellt laut den beteiligten Religionen einen „wesentlichen Meilenstein“ eines im Jahr 2023 begonnenen Weges dar. Seitdem treffen sich die Führer der im Land verbreiteten Religionen jährlich am Sitz der Italienischen Bischofskonferenz. Gaetano Castello, Weihbischof von Neapel und Vorsitzender der Kommission für Ökumene und Dialog, erklärt: „Was wir vorschlagen, ist der Königsweg der Begegnung mit dem Anderen, des Dialogs." Es gehe darum, das aus den jeweiligen Traditionen aufzunehmen, „was zum Wachstum unserer Gesellschaft beitragen kann.“

Die Unterzeichnung des Pakts der Religionen sei ein „historischer und sehr symbolträchtiger Tag für die italienische Geschichte und für die Rolle der Religionen in der Gesellschaft“, erklärte Yahya Pallavicini, Imam und Vizepräsident der italienischen islamischen Religionsgemeinschaft CO.RE.IS., dem italienischen katholischen Pressedienst „Sir". „Die einflussreichsten religiösen Vertreter des Landes werden in einem Akt der Verantwortung zusammenkommen, um den sozialen Zusammenhalt durch den interreligiösen Dialog zu stärken.“

(pm/vatican news/sir - sst)

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24. Juni 2026, 14:07