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Der Nil in der Nähe von Juba, Hauptstadt des Südsudan Der Nil in der Nähe von Juba, Hauptstadt des Südsudan 

Südsudan: Sorge über neue Gewalt

Die katholischen Bischöfe des Landes befürchten eine Rückkehr zum umfassenden Krieg im Südsudan.

Kardinal Stephen Ameyu Martin Mulla aus Juba, Vorsitzender der Bischofskonferenz von Sudan und Südsudan, spricht von einer rapide sich verschlechternden Sicherheitslage. Das gelte auch für die humanitäre Situation im Land. Er verweist auf die erneuten Kämpfe zwischen Regierungstruppen und der „Sudanesischen Volksbefreiungsarmee“ sowie anderen bewaffneten Gruppen in den Bundesstaaten Jonglei und Ost-Equatoria.

In einer Erklärung fordert der Kardinal „alle Führer der Einheitsregierung und die Nichtunterzeichner des Friedensabkommens auf, den Krieg zu beenden und den Dialog aufzunehmen, einander zuzuhören und den Menschen zuzuhören, für deren Wohl sie angeblich kämpfen“. Die Südsudanesen müssten dringend gehört werden: „ihr Hunger nach Frieden und ihr Wunsch, in Freiheit zu leben“.


Jüngster Staat der Welt - und einer der ärmsten

Der Südsudan erlangte 2011 die Unabhängigkeit, doch 2013 versank die jüngste Nation der Welt in einem brutalen Bürgerkrieg, der fast 400.000 Menschen das Leben kostete und Millionen aus ihrer Heimat vertrieb. Das 2018 in Addis Abeba (Äthiopien) unterzeichnete Abkommen zur Lösung des Konflikts im Südsudan beendete die landesweiten Kämpfe und ermöglichte die Bildung einer Übergangsregierung.

Doch viele der Verpflichtungen aus diesem Pakt, darunter allgemeine Wahlen und Reformen im Bereich der nationalen Sicherheit, wurden nie umgesetzt. Nun sind die katholischen Bischöfe besorgt, dass der Pakt missachtet und der Dialog an den Rand gedrängt wird.

Kardinal Mulla
Kardinal Mulla


Missachtetes Friedensabkommen

„Als Hirten und Führer dieses Landes sind wir alarmiert und überrascht über die völlige Missachtung der vollständigen Umsetzung des wiederbelebten Friedensabkommens“, so Kardinal Mulla. „Die wachsende Uneinigkeit innerhalb der Einheitsregierung, Angriffe und Gegenangriffe zwischen den Kriegsparteien in vielen Teilen des Landes greifen rasch um sich und führen zu Vertreibungen, Hunger und vielen anderen unmenschlichen Zuständen.“

Die politischen Spannungen, die Gewalt und die wiederholten Klimakatastrophen – darunter Überschwemmungen – sowie der wirtschaftliche Zusammenbruch des Landes haben dazu geführt, dass schätzungsweise 10 Millionen Menschen dringend humanitäre Hilfe benötigen.

Wenn ein General zum Völkermord aufruft

 

Die Bischöfe sind auch besorgt über Hassreden und Desinformation, die in den sozialen Medien verstärkt auftreten. So hat etwa ein hochrangiger General der Regierungsarmee unlängst zu Gewalt gegen Zivilisten im Bundesstaat Jonglei aufgerufen. Kardinal Mulla nennt das „einen direkten Aufruf zum Völkermord“. „Wir fordern alle kämpfenden Kräfte auf, keine Anweisungen zu befolgen, die unschuldige Zivilisten gefährden und Gemeinschaften gegeneinander aufbringen könnten.“

(ucanews – sk)
 

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02. Februar 2026, 12:35