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Attackiertes Schiff  in der Straße von Hormus Attackiertes Schiff in der Straße von Hormus 

„Krieg ist niemals der Weg zum Frieden“

Der Präsident der nordafrikanischen Bischofskonferenz hat vor einer Ausweitung der militärischen Eskalation zwischen Iran, Israel und den USA gewarnt. Zugleich rief er zum Einsatz von Diplomatie sowie interreligiösem Dialog auf.

„Der Krieg ist niemals der Weg zum Frieden: Er ist immer dessen Scheitern. Gewalt antwortet nicht auf das Leiden, sondern verstärkt es“, sagte Erzbischof Nicolas Lhernould von Tunis in einem Interview mit der italienischen katholischen Nachrichtenagentur SIR. Die Kirchen der Region blickten mit „sehr tiefer Traurigkeit“ auf die Entwicklung.

Christliche Gemeinden in Marokko hätten kürzlich betont, sie „weisen mit der ganzen Kraft des Evangeliums den Rückgriff auf Gewalt und Krieg als Methode zur Lösung von Konflikten zwischen Völkern und Nationen zurück“, so Lhernould. Diese Haltung entspringe unmittelbar dem Evangelium.

Kein religiöser Konflikt

Der aus Frankreich stammende Erzbischof warnte zudem vor einer religiösen Deutung der Auseinandersetzung. „Der Konflikt, der den Nahen Osten in Brand setzt, ist kein religiöser Konflikt“, erklärte er. Zugleich beobachte er, dass religiöse Sprache zunehmend politischen und nationalistischen Interessen untergeordnet werde. Gläubige müssten „diese Formen der Blasphemie zurückweisen, die den heiligen Namen Gottes verdunkeln“.

Mit Blick auf die internationale Gemeinschaft erinnerte Lhernould an Worte Johannes’ XXIII.: „Der wahre Friede kann nur im gegenseitigen Vertrauen aufgebaut werden.“ Notwendig sei heute vor allem „der entwaffnende Weg der Diplomatie, der Vermittlung und des Völkerrechts“.

Auch gelebte Geschwisterlichkeit nannte Lhernould als wirksames Mittel zum Aufbau des Friedens. „Die großen spirituellen Traditionen sowie der rechte Gebrauch der Vernunft führen uns über Bluts- oder ethnische Bindungen hinaus“, zitierte er Papst Leo XIV. In Nordafrika arbeiteten Christen und Muslime täglich zusammen, besonders im Dienst an besonders schutzbedürftigen Menschen. Leo wird Mitte April nach Nordafrika, konkret Algerien, reisen.

(sir – gs)

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11. März 2026, 11:34