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Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth: Bilder der Ausstellung mit dem Schätzen der Habsburger in Rom Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth: Bilder der Ausstellung mit dem Schätzen der Habsburger in Rom  (ANSA)

Kunst der Habsburger in Rom

Große Meister aus den Sammlungen des Wiener Kunsthistorischen Museums sind derzeit in Rom zu sehen. Die meisten der gut 50 Gemälde in der Ausstellung im Palazzo Cipolla waren nie zuvor in der Ewigen Stadt.

Herta Gurtner - Rom

Das reiche Reservoir an Exponaten zentraler europäischer Künstler wie Peter Paul Rubens, Anthony van Dyck, Jan Brueghel der Ältere, Frans Hals, Jan Steen, Lucas Cranach, Tizian, Tintoretto, Paolo Veronese, Orazio Gentileschi, Velázquez und Caravaggio wurde über Jahrhunderte von der wichtigen katholischen Herrscherfamilie der Habsburger gesammelt.

Zur Eröffnung waren deshalb nicht nur Italiens Präsident Sergio Mattarella und Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen anwesend, sondern auch Sophie Habsburg, in Italien Sua Altezza Reale la Principessa Sophie Habsburg genannt.

Bilder in der Ausstellung
Bilder in der Ausstellung   (ANSA)

Besonders betont wurde die Kraft kultureller Aspekte in den internationalen Beziehungen. Gerade in Zeiten von Krisen und Herausforderungen sei es wichtig, sich auf die kulturellen Gemeinsamkeiten und Stärken in Europa zu besinnen und diese zu pflegen.

Die Verbindungen zwischen Wien und Rom zeigen sich nicht nur in den Kunstwerken, sondern auch zwischen den Architekten des Kunsthistorischen Museums (KHM) Wien, Gottfried Semper und Carl Hasenauer, sowie Antonio Cipolla, dem Architekten des Ausstellungsortes Palazzo Cipolla. Diese Verbindung geht über die bloße Form hinaus und basiert auf einer gemeinsamen humanistischen Vision von Kunst und Architektur als Mittel zur gesellschaftlichen Entwicklung und moralischen Reflexion. Auch dieser Aspekt wird in der Ausstellung gewürdigt.

Man kommt nicht umhin, immer wieder genau zu prüfen, ob es sich bei den Wandbildern um Werke des KHM oder des Palazzo Cipolla handelt, ebenso erkennt man die Innenausstattung aus polychromem Marmor an beiden Orten.

Gemeinsam mit ihren italienischen Kolleginnen hat Kuratorin Cäcilia Bischoff eine interessante Auswahl getroffen, die auch die Geschichte der Habsburger als Sammler, Mäzene und Bewahrer europäischer Kunst erzählt. Bischoff unterstrich ebenfalls die verbindende Kraft der Kunst. Die Präsentation der Werke in Italien sei ein eindrucksvolles Beispiel dafür, dass Kunst über Jahrhunderte und politische Grenzen hinweg Beziehungen schaffen kann. Die ausgestellten Meisterwerke der Habsburger-Sammlungen vermittelten eine europäische Perspektive, die kulturelle Vielfalt und intellektuelle Offenheit sichtbar mache.

  (ANSA)

Einer der Höhepunkte des Ausstellungsrundgangs ist Caravaggios „Dornenkrönung“. Das Werk entstand um 1603–1605 in Rom und wird in einem eigenen Saal präsentiert. Christus erscheint auf Augenhöhe sehr menschlich und in ungewohnter Materialität und nimmt sein Leiden würdig auf sich.

Durch die starke Farbgebung der Wände, die mit den Exponaten korrespondiert, das Lichtkonzept und die große Nähe zu den Bildern erlebt man sie wesentlich intensiver als in den Räumen des Kunsthistorischen Museums in Wien. So auch das Bild „Die Flucht nach Ägypten“ von Orazio Gentileschi, dem Vater der mittlerweile vielleicht sogar bekannteren Artemisia Gentileschi. Während Josef erschöpft auf einem Stroh­sack schläft, stillt Maria mit spürbarer Gelassenheit Jesus, der den Betrachtern direkt in die Augen schaut. Eine sehr berührende Darstellung der Heiligen Familie.

Jonathan Fine, Generaldirektor des KHM, betonte die kulturelle Verbindung zwischen Wien und Rom, indem er erklärte, dass diese Verbindung „in der DNA“ liege. Er hebt hervor, dass Österreich eine kulturelle Großmacht sei, deren historische und künstlerische Beziehungen tief verwurzelt sind.

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Einige Exponate flämischer und niederländischer Künstler zeigen Marktszenen oder Trinkgelage als Sujets. Diese Maler, „Bamboccianti“ genannt, wurden von ihren italienischen Kollegen und auch von kirchlichen Würdenträgern stark kritisiert. Eines dieser Bilder, „Carneval in Rom“ von Johannes Lingelbach, nimmt direkten Bezug zur Nachbarschaft des Palazzo Cipolla, der Piazza Colonna.

Besonders gelungen auch die Zusammenstellung von Objekten aus der berühmten Kunstkammer des KHM mit Bildern, die die Objekte widerspiegeln. Die gesammelten Objekte der Wunderkammer in Wien verdeutlichen den enzyklopädischen Sammelanspruch der Habsburger.

Die Ausstellung „da Vienna a Roma – Le meraviglie degli Asburgo“ ist Teil eines umfassenden Italien-Schwerpunkts des KHM Wien im Jahr 2026. Neben der Schau in Rom werden weitere Projekte und Ausstellungen in Wien und Triest realisiert, die sich mit italienischer Kunst, Architektur und Geschichte beschäftigen. Ziel des Programms ist es, die engen historischen und kulturellen Beziehungen zwischen Österreich und Italien sichtbar zu machen und den europäischen Dialog über Kunst weiter zu stärken.

Von Wien nach Rom
Meisterwerke der Habsburger aus dem Kunsthistorischen Museum
6. März bis 5. Juli 2026, Museo del Corso – Polo Museale, Palazzo Cipolla, Rom

https://museodelcorso.com/
https://www.khm.at/

(vatican news – hg)

 

 

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11. März 2026, 08:08