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Pilger bei Franziskus: Samen des Friedens weitertragen

Assisi erlebt in diesen Wochen einen außergewöhnlichen Pilgerstrom: Rund 10.000 Menschen kommen im Durchschnitt seit dem 22. Februar täglich, um die Gebeine des heiligen Franziskus zu sehen. Noch gut eine Woche, bis zum 22. März, ist der Besuch möglich. Kollegen und Kolleginnen von Vatican News haben sich an diesem Freitag unter die Pilger gemischt und mit Ordensbrüdern gesprochen.

Eindrücke von Birgit Pottler und Christine Seuss - Assisi

Die Franziskaner hier sprechen von einem Jahrhundertereignis und ihnen ist besonders wichtig, dass die Menschen eine spirituelle Erfahrung machen, die mit ihrem Glaubensweg vorher und idealerweise auch nachher zu tun hat. Franziskus soll Wegbegleiter sein.

Pilger aus vielen Ländern sind hier, unterschiedlichen Alters, viele Familien, oder Jugendgruppen. Manche sind auf der Durchreise, anderen haben vor vielen Monaten die Reise hierher geplant und ihr Zeitfenster gebucht.

Christine Seuss (links) und Birgit Pottler mit Bruder Thomas Freidel, Franziskanerminorit
Christine Seuss (links) und Birgit Pottler mit Bruder Thomas Freidel, Franziskanerminorit

Wir hatten spontan auch die Gelegenheit, mit einer deutschsprachigen Gruppe die Unterkirche der Basilika zu betreten. Bruder Thomas Freidel führt hier die Pilger das ganze Jahr - und besonders intensiv auch jetzt in diesen speziellen vier Wochen.

Er führt kurz in den Besuch ein, wobei ihm wichtig ist, dass alle zur Ruhe kommen - auch Fotografieren zum Beispiel ist aus diesem Grund während des Besuchs in der Basilika verboten. Die Gebeine sind in der älteren der beiden Kirchen ausgestellt, in der Unterkirche, gebaut schon kurz nach dem Tod des heiligen Franziskus, von 1228 bis 1230.

Pilger auf dem Weg in die Unterkirche in Assisi
Pilger auf dem Weg in die Unterkirche in Assisi

Die Franziskaner haben aus dem Anlass der öffentlichen Aufbahrung einen kleinen Pilgerweg auch innerhalb der Kirche gestaltet, an einzelnen Fresken von Cimabue und Giotto wird auf Ereignisse aus dem Leben von Jesus und von Franziskus hingewiesen, es gibt Gebetsimpulse und ein Pilgerheft.

Die Eindrücke von Christine Seuss und Birgit Pottler zum Nachhören

Der Tod ist nicht das Ende

Sonst beten die Menschen am Grab des Heiligen, das unter dem Altar Unterkirche liegt. Jetzt liegen die Gebeine vor dem Altar. Ein Hinweis darauf, dass der Tod nicht das Ende ist.

Ruhig, aber aufgrund des Andrangs natürlich dennoch zügig, werden die Menschen an der Vitrine mit den sterblichen Überresten des Franziskus vorbeigeleitet. Man sieht den Schädel in kleine Teile zerbrochen, die einzelnen Knochen anatomisch angeordnet. 1,39 Meter ist das Skelett groß – also für heutige Verhältnisse sehr klein. Und das bleibt auch bei den Pilgern hängen: Ein so kleiner Mann hat die Welt so nachhaltig verändert, hört man hier des Öfteren.

Was uns die Pilger erzählten...

In der Nähe von Gebeinen und Altar steht eine durchsichtige Truhe – Pilger können hier ihre Briefe an den Heiligen mit Gebetsanliegen und Wünschen einwerfen.

Die Pilgergruppen gehen dann weiter in eine modern gestaltete Kapelle mit Bildern aus dem Leben des Heiligen und einem Weihwasserbecken. Die Franziskaner laden hier ein, an die eigene Taufe zu denken und einen Impuls für den Glauben im Alltag mitzunehmen.

Abschluss mit Tauferneuerung
Abschluss mit Tauferneuerung

Samen des Friedens säen

Alle bekommen ein Geschenk mit: Weizenkörner und ein Pflanzgefäß, um – das ist die Idee dahinter - wie der Heilige Franziskus den Samen auszusäen, den Samen des Glaubens und vor allem des Friedens.

Das Ereignis findet das erste Mal überhaupt statt, aber es wirkt hier alles ganz selbstverständlich organisiert, von den Anmeldungen über den Einlass, die Treffen mit Gruppen und das Gebet. Dabei sind im Verhältnis zu den gut 27.000 Einwohnern die Pilgerströme wirklich beachtlich. Mehr als 400.000 Menschen wird Assisi in den vier Wochen der Aufbahrung empfangen haben.

(vatican news - bp)

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13. März 2026, 16:00