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Gewalt, Traumata und fehlender Zugang zu Hilfe prägen den Alltag vieler Frauen mit Behinderungen im Südsudan - – mit gravierenden Folgen für Betroffene und Gesellschaft. Gewalt, Traumata und fehlender Zugang zu Hilfe prägen den Alltag vieler Frauen mit Behinderungen im Südsudan - – mit gravierenden Folgen für Betroffene und Gesellschaft.   (ANSA)

Frauen im Südsudan: Stille Opfer von Gewalt und Trauma

Im Südsudan sind Frauen mit Behinderungen besonders häufig von Gewalt, Traumata und Ausgrenzung betroffen. Das Projekt ResPEct macht auf diese oft „unsichtbaren Wunden“ aufmerksam und fordert ein stärkeres Bewusstsein für mentale Gesundheit.

Silvia Kritzenberger - Vatikanstadt

Unsichtbare Wunden: Psychische Gesundheit, geschlechtsspezifische Gewalt und die Lebensrealität von Frauen mit Behinderungen im Südsudan – Jetzt handeln!“: unter diesem Motto stand die Diskussionsrunde an der Universität Juba, mit der das Projekt ResPEct auf die Not von Frauen mit Behinderungen im Südsudan aufmerksam machen will.

Anlass der Veranstaltung war der Internationale Frauentag. Fachleute für psychische Gesundheit und Aktivisten, die sich für die Rechte von Menschen mit Behinderungen einsetzen, sind zusammengekommen, um über die besonderen Herausforderungen zu sprechen, denen Frauen mit Behinderungen gegenüberstehen. Zu den Teilnehmern gehörten auch Regierungsvertreter, internationale Entwicklungspartner, Organisationen der Zivilgesellschaft sowie Experten für geschlechtsspezifische Gewalt und Inklusion. Im Mittelpunkt der Gesprächsrunden standen Strategien zur Förderung des psychischen Wohlbefindens, der Sensibilisierung der Öffentlichkeit sowie der Unterstützung besonders verletzlicher Bevölkerungsgruppen im ganzen Land.

Frauen mit Behinderungen: erhöhtes Risiko von sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt

Das Projekt ResPEct wird von der "Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit" (GIZ) und der Europäischen Union kofinanziert und von der GIZ umgesetzt. In einer Stellungnahme betonte der deutsche Botschafter im Südsudan, Gregory Bledjian, dass das Thema „unsichtbare Wunden“ auf oft übersehene Traumata und Formen der Ausgrenzung aufmerksam mache, von denen Frauen und Mädchen mit Behinderungen betroffen sind. Sie seien einem erhöhten Risiko von sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt ausgesetzt und stünden häufig vor großen Hürden, wenn sie Übergriffe melden oder Hilfe in Anspruch nehmen wollten.

Auch der EU-Botschafter im Südsudan, Pelle Enarsson, unterstrich die Bedeutung dieses Themas. Wenn die psychische Gesundheit durch Konflikte, Traumata, wirtschaftliche Not oder soziale Stigmatisierung beeinträchtigt sei, wirke sich dies massiv auf die Fähigkeit der Betroffenen aus, zu lernen, zu arbeiten, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und ihre Familien zu unterstützen. Psychische Gesundheit müsse daher als zentrale Priorität der nationalen Entwicklung verstanden werden. Viele dieser Wunden seien zwar unsichtbar, aber real – und erforderten dringend Anerkennung, Versorgung und gezielte Maßnahmen.

Hintergrund

Laut Volkszählung von 2008 macht die Zahl der Menschen mit Behinderungen im Südsudan rund fünf Prozent der Bevölkerung aus – betrifft also etwa 420.000 Menschen. Neuere Schätzungen gehen jedoch von mehr als einer Million Betroffenen aus, was etwa 16 Prozent der Gesamtbevölkerung entspricht. Rund 75 Prozent dieser Menschen haben Schwierigkeiten beim Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen. Zudem wurden insbesondere bei Frauen und Kindern hohe Raten von Traumata und posttraumatischen Belastungsstörungen festgestellt.

(vaticannews – skr)

 

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18. März 2026, 08:00