Italien: Erzbischof fordert Grundrechtsschutz für Migranten
Derzeit sorgten sich die Menschen um Transportkorridore für Güter durch die Straße von Hormus, humanitäre Korridore für Migranten blieben dabei außer Betracht, so Giancarlo Perego, Erzbischof von Ferrara am Rande der Vorstellung des neunten Migrationsfestivals in Rom: „Sind Öl und Gas vielleicht wichtiger als die Rechte und das Leben der Menschen?“
Kritik an Frontex
Auch das Vorgehen der europäischen Grenzschutzagentur Frontex kritisierte der Erzbischof scharf. Frontex solle zur Unterstützung der Rettungsmaßnahmen im Mittelmeerraum dienen. Stattdessen werde es zu einer Stütze für die Zurückweisung von Migranten, so Perego weiter. Er erinnerte an die hohen Todeszahlen im Mittelmeer: Knapp 1.000 Menschen seien innerhalb von drei Monaten gestorben – so viele wie seit 2017 nicht mehr.
Klare Worte fand der Präsident der Fondazione Migrantes auch für das Vorgehen der USA und auch Italiens, Migranten ohne gültige Papiere in so genannte Drittländer zu schicken, die nicht ihrem Herkunftsland entsprechen. Dies zeige die Unfähigkeit, Grundrechte zu schützen: das Recht auf Migration, aber auch das Recht, in das eigene Land zurückzukehren.
(sir – cf)
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