Kenia: Kritik an Gesetz zur assistierten Reproduktion
Das Gesetz hat die Nationalversammlung bereits passiert und liegt nun dem Senat zur Prüfung vor. Während Befürworter und das Parlament argumentieren, der Entwurf schaffe einen notwendigen rechtlichen Rahmen für Reproduktionsmedizin und Leihmutterschaft, betrachten die Aktivisten dies nicht als „technische Gesundheitsmaßnahme“, sondern als einen „moralischen Wendepunkt für Kenia“.
Kritik an der rechtlichen Anerkennung der Leihmutterschaft
Die Petition richtet sich gegen die Absicht des Parlaments, Rechte und Pflichten für Eltern, Leihmütter und Spender gesetzlich zu definieren. „Wenn dieses Gesetz voranschreitet, wird das kenianische Recht Praktiken förmlich anerkennen, die das Austragen von Kindern von der natürlichen Familie trennen und der Leihmutterschaft in einem rechtlichen Rahmen Tür und Tor öffnen“, heißt es in der Erklärung von CitizenGo Africa.
Die Aktivisten lehnen sowohl kommerzielle als auch altruistische Leihmutterschaft ab. In ihrer Begründung führen sie an: „Kinder sind keine Produkte. Frauen sind keine Fortpflanzungsinstrumente. Mutterschaft darf niemals ausgelagert werden.“ Aus Sicht der Unterzeichner stellt die Trennung der Mutterschaft ein Risiko für Frauen dar und könne zu deren Instrumentalisierung führen.
Menschenwürde und Familienstruktur
In dem Schreiben an den Vorsitzenden des ständigen Gesundheitsausschusses des Senats, Senator Jackson Kiplagat Mandago, betonen die Aktivisten, dass Kinder als „Geschenk“ und nicht als Gegenstand von Verträgen oder Verfahren zu betrachten seien. Das Gesetz schwäche zudem die „natürliche Familie“, indem es die Erzeugung von Kindern außerhalb der Verbindung von Vater und Mutter normalisiere.
Obwohl das Parlament den Gesetzgebungsprozess als Akt des Fortschritts und der Mitmenschlichkeit darstellt, widersprechen die Aktivisten dieser Einordnung. „Wahre Gerechtigkeit macht Kinder niemals zur Ware. Und wahrer Fortschritt verlangt von der Gesellschaft niemals, menschliches Leben als etwas zu behandeln, das produziert, arrangiert und übergeben wird“, so die Organisation.
Aufruf zum Handeln
CitizenGO Africa warnt davor, dass ein Schweigen während des laufenden Gesetzgebungsprozesses dazu führen könnte, dass die künstliche Erzeugung von Kindern unter gesetzlichem Schutz zur Normalität werde. Die Organisation sieht in der Ablehnung des Entwurfs eine notwendige Maßnahme zum Schutz der Menschenwürde und zur Aufrechterhaltung bestehender Familienstrukturen in Kenia.
Der Gesundheitsausschuss des Senats prüft derzeit die eingegangenen Stellungnahmen, bevor über das weitere Vorgehen entschieden wird.
(aciafrica - mg)
Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen.