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Notdürftige Versorgung eines Mädchens in einem Krankenhaus in Gaza, Juli 2025 Notdürftige Versorgung eines Mädchens in einem Krankenhaus in Gaza, Juli 2025  (AFP or licensors)

Bomben auf Kranke? - „Krise der Menschlichkeit“

Führende internationale Gesundheitsorganisationen verurteilen die zunehmenden Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen. „Wir fordern die Staats- und Regierungschefs weltweit auf, zu handeln, um dieser Gewalt ein Ende zu setzen“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der WHO, des IKRK und von MSF. „Gesundheitsversorgung darf niemals ein Opfer des Krieges sein.“

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO), das Internationale Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) und Ärzte ohne Grenzen (MSF) prangern in einer gemeinsamen Erklärung vom 4. Mai das Versagen der internationalen Gemeinschaft beim Schutz von medizinischem Personal, Krankenhäusern und Patienten in Konfliktgebieten an. Mit Blick auf die Gewalt, die selbst vor Kranken und Hilfeleistenden keinen Halt macht, sprechen sie von einer „Krise der Menschlichkeit“.

Krise der Menschlichkeit

„Frauen werden mitunter gezwungen, ohne angemessene Versorgung zu gebären, und ganze Gemeinschaften verlieren den Zugang zu lebensrettenden Maßnahmen.“

„Tagtäglich erleben unsere Teams an vorderster Front der verheerendsten Krisen weltweit die katastrophalen Folgen, wenn die Unantastbarkeit der Gesundheitsversorgung gefährdet wird. Krankenhäuser werden in Schutt und Asche gelegt, Krankenwagen werden aufgehalten und blockiert, Ärzte, Pflegekräfte und Patienten geraten allzu oft in Angriffe, die Tod und Verletzungen zur Folge haben. Patienten sterben an ansonsten behandelbaren Wunden, Frauen werden mitunter gezwungen, ohne angemessene Versorgung zu gebären, und ganze Gemeinschaften verlieren den Zugang zu lebensrettenden Maßnahmen.“

Die Beeinträchtigung der Gesundheitsversorgung sei ein „Warnsignal dafür, dass die Regeln und Normen, die den Schaden des Krieges begrenzen sollen, zusammenbrechen“, warnen die drei Organisationen. „Wenn Krankenhäuser und die dort tätigen Pflegekräfte angegriffen werden, stehen wir nicht nur vor einer humanitären Krise, sondern vor einer Krise der Menschlichkeit“, schreiben sie.

Versagen des politischen Willens

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO), das Internationale Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) und Ärzte ohne Grenzen (MSF) verweisen auf die 2016 verabschiedete Resolution 2286 des UN-Sicherheitsrates, mit der sich die Staaten auf den Schutz der medizinischen Versorgung in bewaffneten Konflikten verpflichteten. Zehn Jahre später ziehen sie eine negative Bilanz: „Die Lage ist heute noch schlimmer als vor zehn Jahren. Wir verzeichnen keinen Erfolg, sondern ein Scheitern“, so die Organisationen, die von einem „Versagen des politischen Willens“ sprechen.

„Gesundheitsversorgung dürfe niemals ein Opfer des Krieges werden.“

Die Gesundheitsorganisationen appellieren an die Staats- und Regierungschefs der Welt, „zu handeln und die notwendige politische Führungsstärke zu beweisen, um dieser Gewalt ein Ende zu setzen“. Gesundheitsversorgung dürfe niemals ein Opfer des Krieges werden.

(pm – pr)

 

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04. Mai 2026, 10:30