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Migranten im Park von Durban bei der Essensausgabe Migranten im Park von Durban bei der Essensausgabe  (AFP or licensors)

Südafrika: Polizei geht gegen Migranten vor

In Durban sind Polizisten am Mittwoch mit Gummigeschossen und Blendgranaten gegen Migranten vorgegangen.

Die Einwanderer demonstrierten in der Nähe einer Gemeindehalle, von der aus derzeit Tausende von Migranten von den Behörden zur Abschiebung vorbereitet werden. Hintergrund der Zusammenstöße sinddie Spannungen rund um das Thema Einwanderung im reichsten Land Afrikas. Diese Spannungen haben nach einer Reihe von Demonstrationen gegen Migranten und Berichten über Angriffe auf einige Ausländer in mehreren Teilen des Landes deutlich zugenommen.

Bei den Migranten, die sich in der Nähe der Halle in Durban versammelt hatten, handelt es sich laut Behördenangaben hauptsächlich um Malawier. Diese waren ursprünglich vor mehr als einer Woche dort erschienen, um mit von ihrer Regierung bereitgestellten Bussen freiwillig in ihr Heimatland zurückgeführt zu werden.

  (AFP or licensors)

Fast 10.000 Malawier kampieren seit Tagen in einem Park von Durban

Der Ministerpräsident der Provinz KwaZulu-Natal, zu der Durban gehört, erklärte, dass fast 10.000 Malawier seit Tagen in einem Park in der Nähe der Halle campierten und darauf warteten, nach Hause zu fahren. Doch Verzögerungen bei diesem Prozess haben die südafrikanischen Behörden dazu veranlasst, in der Halle ein Einwanderungsgericht einzurichten und „formelle Abschiebungsverfahren“ einzuleiten, so das Innenministerium.

Von südafrikanischen Fernsehsendern ausgestrahlte Videoaufnahmen zeigten Gruppen von Demonstranten, die auf den Straßen in der Nähe der Halle Steine, Stöcke und Holzscheite auf die Polizei warfen, woraufhin Polizeibeamte mit Blendgranaten und Gummigeschossen reagierten. Lokale Medien berichteten, die Zusammenstöße seien aufgrund der Frustration von Migranten über die Verzögerungen bei ihrer Rückkehr in die Heimat ausgebrochen.

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Verzögerte Rückreise und Abschiebungen

Das Innenministerium teilte mit, dass mindestens 1.876 der Versammelten als Personen identifiziert worden seien, die sich ohne gültige Papiere in Südafrika aufhielten und abgeschoben würden. Die Überprüfung des Aufenthaltsstatus der übrigen Personen dauere noch an. Der Bürgermeister von Durban erklärte, dass letztendlich mehr als 6.000 Malawier abgeschoben werden könnten.

Malawi ist eines von mindestens fünf afrikanischen Ländern, die einen Teil ihrer Bürger aus Südafrika zurückholen. Damit reagieren sie auf Drohungen und gewalttätige Übergriffe auf Malawier in Südafrika. Malawi hat bereits Hunderte von Menschen mit Bussen zurückgeführt. Auch Nigeria, Ghana, Mosambik und Simbabwe haben Flüge oder Busse bereitgestellt, damit ein Teil ihrer Bürger Südafrika verlassen kann.

Welle von Angriffen auf Ausländer

Die südafrikanische Regierung hat die Welle von Angriffen auf Ausländer verurteilt. Südafrika, die am weitesten entwickelte Volkswirtschaft Afrikas, führt derzeit eine harte Linie in der Einwanderungspolitik und hat nach Angaben des Innenministeriums in den letzten zwei Jahren mehr als 100.000 Menschen abgeschoben, die sich illegal im Land aufhielten. In diesem Zeitraum wurden nach Angaben des Ministeriums mehr als 500.000 weitere Personen in ihre Herkunftsländer zurückgeschickt, nachdem sie an einer Grenze aufgegriffen worden waren, als sie versuchten, illegal nach Südafrika einzureisen.

(ap – sk)
 

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18. Juni 2026, 12:11