Indonesien: „Demokratie nicht auf Wahlen reduzieren“
In einem Hirtenbrief, der am Sonntag zum indonesischen Unabhängigkeitstag veröffentlicht wurde, nennen sie mehrere Faktoren, die sich nach ihrem Dafürhalten negativ auf die Demokratie auswirken: die Zentralisierung der Macht, die Schwächung der politischen Opposition, die Einschränkung des Handlungsspielraums der Zivilgesellschaft und den Druck auf kritische Stimmen.
Die Kirche ist nicht parteiisch, aber auch nicht unpolitisch
Demokratie lasse sich „nicht auf Wahlen reduzieren“, mahnen die Bischöfe. Sie brauche Bürgerbeteiligung, bürgerliche Freiheiten, Rechtsstaatlichkeit, Transparenz und „Führungskräfte, die das Wohl des Volkes über engstirnige Parteinteressen stellen“. Die Kirche sei zwar nicht parteiisch, aber auch nicht unpolitisch. Katholische Laien sollten sich in Politik und Gesellschaft engagieren, während die Bischöfe und Kleriker für die „Bildung des Gewissens“ zuständig seien.
Wörtlich heißt es in dem mehr als 80-seitigen Hirtenbrief: „Aus christlicher Sicht besteht Politik nicht in erster Linie darin, Macht zu erlangen. Politik ist Dienst.“ Hinter den verschiedenen Krisen Indonesiens verberge sich eine Wertekrise. Diese lasse sich nur durch eine Rückkehr zur „Lehre der Pancasila“ lösen, die das friedliche Zusammenleben der Unterschiede postuliert. „Die Kirche sieht in diesen Werten eine Möglichkeit, sich mit anderen zur gemeinsamen Suche nach einer gerechten, humanen, friedlichen und inklusiven Gesellschaft zu verbinden.“
(asianews – sk)
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