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Gläubige in Indonesien Gläubige in Indonesien  (AFP or licensors)

Indonesien : Bischöfe rufen zu Solidarität und Hoffnung auf

Die Indonesische Bischofskonferenz (KWI) hat ihr Pastoral-Schreiben für das Jahr 2026 veröffentlicht. Darin ruft sie die katholische Kirche in Indonesien dazu auf, angesichts der vielfältigen Krisen, denen sich die Nation gegenübersieht, gemeinsam mit allen gesellschaftlichen Gruppen voranzuschreiten

Das Schreiben trägt den Titel „Ein Weg der Hoffnung inmitten der Dynamik der Nation: Die Kirche auf gemeinsamem Weg zur Wahrung des zivilen Miteinanders und zur Stärkung der menschlichen Solidarität in Indonesien“. 

Die Bischöfe leiten ihr Hirtenschreiben mit einem Dank für die 81-jährige Unabhängigkeit Indonesiens und für die Werte ein, die die Gesellschaft auch weiter tragen – darunter gegenseitige Zusammenarbeit, Solidarität, Dialog trotz bestehender Unterschiede sowie die Widerstandskraft von Familien und lokalen Gemeinschaften. Die Kirche dankt zudem für ihre lange Geschichte im indonesischen Archipel und blickt dabei auf das Jahr 2034 voraus, in dem sich die Präsenz der katholischen Kirche in der Region zum 500. Mal jährt.

Die vielfältigen Krisen des Landes angehen

In ihrem Schreiben analysieren die Bischöfe die vielfältigen Krisen des Landes und rufen die katholische Kirche dazu auf, sich stärker in gesellschaftliche Prozesse einzubringen.

Das Schreiben knüpft an die Fünfte Nationale Sozialpastorale Versammlung der katholischen Kirche in Indonesien (SAGKI V) an, die im November 2025 in Jakarta stattfand. Die dort formulierte Vision einer synodalen Kirche im Dienst des Friedens soll nun in konkrete pastorale Initiativen umgesetzt werden.

Der multidimensionalen Krise entgegenwirken

Die Bischöfe sprechen von einer „multidimensionalen Krise“. Sie nennen unter anderem Armut und soziale Ungleichheit, Korruption, Menschenrechtsverletzungen, Gewalt in Papua, Umweltzerstörung und Klimawandel sowie eine schwindende demokratische Qualität. Auch Frauen, Kinder, Menschen mit Behinderungen und indigene Gemeinschaften seien weiterhin von Benachteiligung betroffen.

Als Antwort fordert die KWI einen ganzheitlichen Ansatz. Die Kirche soll sich für Gerechtigkeit und Menschenrechte einsetzen, soziale Schutzmechanismen stärken und auch im digitalen Raum Verantwortung übernehmen. Zugleich ruft sie zu wirtschaftlicher Eigenständigkeit und ökologischer Umkehr auf.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf politischer und ethischer Bildung. Die Kirche soll junge Führungskräfte fördern, den politischen Diskurs sachkundig begleiten und durch Expertengruppen gesellschaftliche Entwicklungen kritisch beobachten.

Die Kirche als kritischer Partner der Regierung

Dabei versteht sich die Kirche ausdrücklich als kritischer Partner der Regierung: Sie will mit staatlichen und gesellschaftlichen Akteuren zusammenarbeiten, zugleich aber auch Missstände benennen und die Interessen besonders schutzbedürftiger Menschen vertreten.

Pastoralschreiben 2026: ein Leitfaden für das pastorale Handeln

Das am 17. August in Jakarta veröffentlichte Schreiben soll Diözesen, Pfarreien und kirchlichen Einrichtungen als Orientierung für das pastorale Handeln im Jahr 2026 dienen. Die Bischöfe rufen dazu auf, christliche Werte nicht bei Worten und Dokumenten zu belassen, sondern sie in konkrete Beiträge für Frieden, Solidarität und das Gemeinwohl umzusetzen.

Das Pastoralrundschreiben wurde am 17. August 2026 in Jakarta veröffentlicht und vom Präsidium der Indonesischen Bischofskonferenz (KWI) unterzeichnet: dem KWI-Vorsitzenden Mgr. Antonius Subianto Bunjamin OSC, und KWI-Generalsekretär Mgr. Adrianus Sunarko OFM.

(vaticannews – skr/ap)

 

 

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18. August 2026, 15:54