Spanien: Kirche fordert humanitäre Lösung für Migranten
Vatican News
Der massive Zustrom von Migranten nach Ceuta habe zu einer „schrecklichen“ Situation geführt und stelle eine „humanitäre Krise“ dar. Dies erklärte der Leiter der Migrationsabteilung der Spanischen Bischofskonferenz, Pfarrer Fernando Redondo Pavón, gegenüber Vatican News. Er rief dazu auf, bei der Bewältigung der Situation die Würde der Menschen und die geltenden Gesetze uneingeschränkt zu respektieren.
Hoher Preis
Redondo steht in ständigem Kontakt mit der Diözesandelegation für Migration von Cádiz-Ceuta. Diese habe ihm berichtet, dass die Stadt nach einem massiven, „völlig unkontrollierten“ Zustrom von Menschen eine noch nie dagewesene Situation erlebe. Der Priester erinnerte zudem daran, dass der Versuch, spanisches Territorium zu erreichen, einen hohen menschlichen Preis gefordert habe, mit Vermissten und Menschen, die ihr Leben verloren haben. Die Bevölkerung von Ceuta erlebe diese Ereignisse mit Sorge und dem Gefühl, von den Umständen überfordert zu sein.
Aufnahme und Hilfe
Angesichts dieser Notsituation habe die Diözese Cádiz-Ceuta den Behörden und den Migranten die vorhandenen Aufnahmeeinrichtungen zur Verfügung gestellt. Insbesondere kümmere man sich in einigen der Zentren um besonders schutzbedürftige Personen, darunter kranke oder verletzte Migranten.
Zudem würden die Pfarreien der Stadt Ceuta die Kollekten der Eucharistiefeiern von diesem Wochenende zur Unterstützung der Betreuung und Begleitung derjenigen verwenden, die in den letzten Tagen in Ceuta angekommen seien.
Auch die Abteilung für Migrationsfragen der Spanischen Bischofskonferenz veröffentlichte eine Erklärung. Darin wird betont, dass jede Maßnahme zur Bewältigung dieser Krise die Rechtsstaatlichkeit respektieren und jederzeit eine uneingeschränkt humanitäre Behandlung der Migranten gewährleisten müsse.
Keine Instrumentalisierung
Redondo forderte zudem, dass diese Situation weder für parteipolitische Zwecke noch als Instrument der politischen Konfrontation genutzt werden solle. In diesem Zusammenhang wies er Behauptungen zurück, die die Ankunft von Migranten mit der vor Monaten beschlossenen außerordentlichen Regularisierung in Verbindung bringen, und versicherte, dass dieser Zusammenhang „nicht der Wahrheit entspricht“.
Der Leiter der Migrationsbehörde erinnerte daran, dass es bereits 2021 in Ceuta zu einer ähnlichen Situation gekommen sei, als es dieses Regularisierungsverfahren noch nicht gab. Zudem betonte er, dass diese Maßnahme es Tausenden von Menschen, die bereits in Spanien lebten, ermöglicht habe, ihren irregulären Aufenthaltsstatus zu beenden, eine menschenwürdige Beschäftigung zu finden und ihre soziale Integration voranzutreiben.
„Alles andere ist Manipulation der Bevölkerung“, so Redondo, der betonte, dass der Schutz der Würde und der Rechte der Menschen stets im Mittelpunkt jeder Reaktion stehen müsse.
(vatican news)
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