Suche

Beisetzung Jesu nach seinem Kreuzestod Beisetzung Jesu nach seinem Kreuzestod 

Radio-Akademie (4): Kar- und Ostergedanken von Papst Leo

Es sind seine bisher persönlichsten, geistlichsten Texte: Schon kurz nach seiner Wahl im Mai letzten Jahres hat Leo XIV. damit begonnen, sich eingehend mit dem Leiden und der Auferweckung Jesu zu beschäftigen.

Diese Betrachtungen des Papstes stellen wir Ihnen in unserer Radio-Akademie in der Fastenzeit vor. In der vierten und vorletzten Folge unserer Sendereihe geht es um das, was das Glaubensbekenntnis in die Worte fasst „Hinabgestiegen in das Reich des Todes“. Ikonen der östlichen Tradition zeigen Christus, der in die Unterwelt hinabsteigt, um allen, die in Finsternis und im Schatten des Todes sind, die Botschaft von der Auferstehung zu bringen.

„Dieses Ereignis, das die Liturgie und die Überlieferung uns übermittelt haben, stellt die tiefste und radikalste Geste der Liebe Gottes zur Menschheit dar“, sagt Leo XIV. dazu. „Denn es genügt nicht zu sagen oder zu glauben, dass Jesus für uns gestorben ist: Wir müssen erkennen, dass die Treue seiner Liebe uns dort aufsuchen wollte, wohin wir uns verirrt hatten. Dort, wohin nur die Kraft eines Lichtes gelangt, das die Herrschaft der Finsternis durchdringen kann.“

Papst Leo: Betrachtungen zu Tod und Auferstehung Jesu - Radio-Akademie von Radio Vatikan (Auszug)

„Es genügt nicht zu sagen oder zu glauben, dass Jesus für uns gestorben ist...“


Die Unterwelt ist nach biblischem Verständnis nicht so sehr ein Ort. Eher so eine Art Daseinszustand. Ein Zustand, in dem das Leben vorüber ist und in dem Schmerz, Einsamkeit, Schuld und die Trennung von Gott und von den anderen herrschen.

„Christus kommt auch in diesen Abgrund zu uns, indem er die Pforten dieses Reiches der Finsternis durchschreitet. Er tritt sozusagen in das Haus des Todes ein, um es zu leeren, um seine Bewohner zu befreien, indem er jeden Einzelnen an die Hand nimmt. Es ist die Demut eines Gottes, der nicht vor unserer Sünde haltmacht, der vor der äußersten Ablehnung des Menschen nicht zurückschreckt.“

  (ANSA)


Hinabgestiegen in die tägliche Hölle der Einsamkeit

Für Papst Leo ist das „eines der bewegendsten Bilder“. Ein Bild, das nicht nur die Vergangenheit betrifft, sondern auch das Leben eines jeden von uns berührt. „Die Unterwelt ist nicht nur der Zustand der Verstorbenen, sondern auch derjenigen, die aufgrund des Bösen und der Sünde den Tod erleben“, so der Papst.

„Sie ist auch die tägliche Hölle der Einsamkeit, der Scham, der Verlassenheit, der Mühsal des Lebens. Christus tritt in diese dunklen Wirklichkeiten ein, um uns die Liebe des Vaters zu bezeugen. Nicht um zu richten, sondern um zu befreien. Nicht um zu beschuldigen, sondern um zu retten. Er tut dies ohne Aufsehen, auf leisen Sohlen, wie jemand, der ein Krankenzimmer betritt, um Trost und Hilfe zu bringen.“


Wenn der Himmel der Erde ganz nahe kommt

Die Kirchenväter haben häufig über diesen Abstieg Christi in die Unterwelt nachgedacht. Und ihn als Begegnung beschrieben – vor allem als Begegnung zwischen Christus und Adam. „Eine Begegnung, die das Symbol aller Begegnungen ist, die zwischen Gott und dem Menschen möglich sind. Der Herr steigt dorthin hinab, wo der Mensch sich aus Angst versteckt hat, und er ruft ihn beim Namen, er nimmt ihn an die Hand, er richtet ihn wieder auf, er bringt ihn zurück ans Licht.“

Für Papst Leo ist der Karsamstag der Tag, an dem an dem der Himmel der Erde am nächsten kommt. Der Moment, in dem jeder Winkel der Menschheitsgeschichte vom Licht des Ostermorgens berührt wird. „Und wenn Christus bis dorthin hinabsteigen konnte, dann kann nichts von seiner Erlösung ausgeschlossen sein. Nicht einmal unsere Nächte, nicht einmal unsere älteste Schuld, nicht einmal unsere zerrissenen Verbindungen. Keine Vergangenheit ist so verdorben, keine Geschichte ist so beeinträchtigt, dass sie nicht von der Barmherzigkeit berührt werden könnte…“


Bestellen Sie unsere CD

Falls Sie die ganze Sendereihe in dieser Fastenzeit in Ruhe nachhören möchten: Wir schicken Ihnen gerne eine entsprechende CD zu, Ihre Spende kommt dem kirchlichen Dienst von Radio Vatikan zugute. Bestellen können Sie die CD per Mail an: cd@vaticannews.de - unser Freundeskreis versendet aus Deutschland.

(vatican news – sk)

Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen.

22. März 2026, 09:44