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Papst: Afrikareise war Friedensbotschaft in Zeit von Kriegen

Papst Leo XIV. hat seine Generalaudienz auf dem Petersplatz diesen Mittwoch genutzt, um Rückschau auf seine Afrikareise zu halten, von der er in der Vorwoche zurückgekehrt ist. Er dankte Gott dafür, dass es ihm möglich war „diese Reise als Hirte zu unternehmen, um das Volk Gottes zu treffen und zu ermutigen; und dass ich diese Reise als Botschaft des Friedens in einer historischen Zeit erleben durfte, die von Kriegen und schweren und häufigen Verstößen gegen das Völkerrecht geprägt ist."

Stefanie Stahlhofen - Vatikanstadt

In seinem Dank steckte somit auch erneut ein Appell für Frieden und Einhaltung der Rechte. Ganz ähnlich hatte sich das katholische Kirchenoberhaupt immer wieder auch während seiner elftägigen Reise geäußert, die ihn vom 13.-23. April nach Algerien, Kamerun, Angola und Äquatorialguinea geführt hatte.

„Neben dem Ruf nach Frieden habe ich die schweren Ungerechtigkeiten angeprangert, die in diesen Ländern herrschen, die so reich an Rohstoffen sind; und ich habe die internationale Gemeinschaft aufgefordert, neo-koloniale Haltungen zu überwinden", brachte es Papst Leo XIV., der  als Muttersprachler wie üblich die Zusammenfassung seiner italienischen Rede auf Englisch selbst vortrug, auf den Punkt.

Zum Hören: Papst Leo XIV. bei der Generalaudienz am 29.4.2026: Afrika-Reise war Friedensbotschaft in Zeit von Kriegen (Audio-Beitrag von Radio Vatikan)

„Neben dem Ruf nach Frieden habe ich die schweren Ungerechtigkeiten angeprangert, die in diesen Ländern herrschen, die so reich an Rohstoffen sind; und ich habe die internationale Gemeinschaft aufgefordert, neo-koloniale Haltungen zu überwinden“

Papst Leo XIV. ging dann auf die einzelnen Reise-Länder genauer ein. Er, der selbst dem Augustinerorden angehört, betonte mit Blick auf die erste Etappe in Algerien, wo der heilige Augustinus wirkte, dass er dort auch Gelegenheit hatte, „in die Schule des heiligen Augustinus zu gehen: Mit seiner Lebenserfahrung, seinen Schriften und seiner Spiritualität ist er ein Meister in der Suche nach Gott und der Wahrheit. Ein Zeugnis, das heute für Christen und für jeden Menschen wichtiger denn je ist." Ebenso würdigte er den interreligiösen Dialog im mehrheitlich muslimischen Algerien - „wir konnten hautnah erleben und der Welt zeigen, dass es möglich ist, als Brüder und Schwestern zusammenzuleben, auch wenn wir unterschiedlichen Religionen angehören, wenn wir uns als Kinder desselben barmherzigen Vaters erkennen."

Papst Leo beim Besuch der Großen Moschee in Algier
Papst Leo beim Besuch der Großen Moschee in Algier   (ANSA)

„Wir konnten hautnah erleben und der Welt zeigen, dass es möglich ist, als Brüder und Schwestern zusammenzuleben, auch wenn wir unterschiedlichen Religionen angehören, wenn wir uns als Kinder desselben barmherzigen Vaters erkennen“

Auszüge aus dem persönlichen Rückblick des Papstes

Afrika im Glauben stärken - und Gerechtigkeit und Frieden anmahnen

Zu seiner Afrikareise generell sagte der Papst, es sei ihm so gegangen, wie Jesus mit den Menschenmengen in Galiläa: „Er sah, dass sie nach Gerechtigkeit dürsteten und hungerten, und verkündete ihnen: ,Selig sind die Armen, selig sind die Sanftmütigen, selig sind die Friedensstifter…` und erkannte ihren Glauben an und sagte: ,Ihr seid das Salz der Erde und das Licht der Welt` (vgl. Mt 5,1-16)." Genau darum war es dem Papst, einem früheren Missionar, gegangen: Er wollte die Menschen vor Ort im Glauben stärken und ihrer Sehnsucht nach Gerechtigkeit und Frieden Nachdruck verleihen. 

Papst Leo bei einer Messe in Kamerun
Papst Leo bei einer Messe in Kamerun   (ANSA)

„Notwendigkeit einer gerechten Verteilung des Reichtums; die Notwendigkeit, der Jugend Raum zu geben und die endemische Korruption zu überwinden; die Notwendigkeit, eine ganzheitliche und nachhaltige Entwicklung zu fördern und den verschiedenen Formen des Neokolonialismus eine weitsichtige internationale Zusammenarbeit entgegenzusetzen“

Sein Besuch in Afrika sei für die Völker einerseits eine Gelegenheit gewesen, ihrer Stimme Gehör zu verschaffen, betonte der Papst, und andererseits auch Gelegenheit, „die Freude darüber zum Ausdruck zu bringen, Volk Gottes zu sein, und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft, auf Würde für jeden und für alle." Papst Leo dankte allen für die Reise und den freundlichen Empfang und betonte einmal mehr, dass diese Reise ihm „unschätzbaren Reichtum" für sein Herz und seinen Dienst geschenkt habe. 

„Hoffnung auf eine bessere Zukunft, auf Würde für jeden und für alle“

Leo XIV. erinnerte bei seiner Generalaudienz auf dem Petersplatz, zu der rund 25.000 Leute gekommen waren, explizit daran, wie er in Kamerun, das „leider von Spannungen und Gewalt geprägt" sei, für Frieden warb. Zudem seien dort viele Probleme auch anderer afrikanischer Länder deutlich zu sehen - etwa „die Notwendigkeit einer gerechten Verteilung des Reichtums; die Notwendigkeit, der Jugend Raum zu geben und die endemische Korruption zu überwinden; die Notwendigkeit, eine ganzheitliche und nachhaltige Entwicklung zu fördern und den verschiedenen Formen des Neokolonialismus eine weitsichtige internationale Zusammenarbeit entgegenzusetzen", führte Leo XIV. konkret aus.

Freude des Evangeliums - und Aufruf zur tatsächlichen Achtung der Rechte

Mit Blick auf Angola erinnerte Papst Leo XIV. in seinem Reise-Rückblick an den langen Bürgerkrieg nach der Unabhängigkeit und daran, dass trotz vieler Mühen und Leidens immer die Freude des Evangeliums durchscheine: „Ich habe Frauen und Männer gesehen, die im Rhythmus der Lobgesänge auf den auferstandenen Herrn tanzen, der die Grundlage einer Hoffnung ist, die den Enttäuschungen standhält, die durch Ideologien und die leeren Versprechungen der Mächtigen verursacht werden." Es gelte, sich für die Rechte aller einzusetzen, rief der Papst noch einmal auf: 

„Diese Hoffnung verlangt nach konkretem Engagement, und die Kirche hat die Verantwortung, durch ihr Zeugnis und die mutige Verkündigung des Wortes Gottes die Rechte aller anzuerkennen und für ihre tatsächliche Achtung einzutreten."

Papst Leo besuchte in strömendem Regen das Gefängnis von Bata, Äquatorialguinea
Papst Leo besuchte in strömendem Regen das Gefängnis von Bata, Äquatorialguinea   (ANSA)

„Die Kirche hat die Verantwortung, durch ihr Zeugnis und die mutige Verkündigung des Wortes Gottes die Rechte aller anzuerkennen und für ihre tatsächliche Achtung einzutreten“

In Äquatorialguinea, der letzten Etappe seiner Afrikareise, sei ihm unvergessen, was bei seinem Besuch eines Gefängnisses passierte. „Die Häftlinge sangen aus voller Kehle ein Dankeslied an Gott und den Papst und baten darum, ,für ihre Sünden und ihre Freiheit` zu beten. So etwas hatte ich noch nie gesehen. Und dann beteten sie mit mir das ,Vaterunser` im strömendem Regen. Ein echtes Zeichen des Reiches Gottes!", bekräftigte Leo XIV. in seiner persönlichen Reise-Rückschau bei der Generalaudienz. Er erinnerte auch noch einmal explizit an seine Jugend-Begegnung im Stadion von Bata und die Eucharistiefeier am nächsten Tag, der letzten vor seiner Rückreise, „die den Besuch in Äquatorialguinea und auch die gesamte Apostolische Reise würdig krönte."

(vatican news - sst)

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29. April 2026, 11:32