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Papst bei Marienheiligtum in Pompeji: Friede entsteht im Herzen

Papst Leo XIV. hat diesen Freitag mit mehr als 20.000 Gläubigen auf dem Vorplatz des Marienheiligtums in Pompeji die Heilige Messe gefeiert und eindringlich zu Frieden aufgerufen: „Die Kriege, die noch immer in vielen Regionen der Welt geführt werden, erfordern ein erneutes Engagement, nicht nur wirtschaftlicher und politischer, sondern auch spiritueller Art", betonte das katholische Kirchenoberhaupt.

Stefanie Stahlhofen - Vatikanstadt

Vor Leo XIV. besuchten bereits Papst Franziskus, Papst Benedikt XVI. und auch der heilige Papst Johannes Paul II. das Marienheiligtum von Pompeji. Papst Leo erinnerte in seiner Predigt daran, dass auch seine Vorgänger im Amt stets Frieden erbaten. Konkret nannte er das interreligiöse Friedenstreffen von 1986 in Assisi, das Papst Johannes Paul II. einberufen hatte, und führte dann weiter zum Thema Frieden aus:

„Bei verschiedenen Gelegenheiten, auch in jüngster Zeit, haben sowohl Papst Franziskus als auch ich die Gläubigen auf der ganzen Welt gebeten, für dieses Anliegen zu beten. Wir dürfen uns nicht mit den Bildern des Todes abfinden, die uns die Nachrichten jeden Tag präsentieren. Von diesem Heiligtum aus, dessen Fassade der heilige Bartolo Longo als Denkwerk des Friedens konzipierte, erheben wir heute im Glauben unser Flehen."

Zum Hören: Papst Leo XIV. bei der Messe vor dem Marienheiligtum in Pompeji am 8.5.2026: Friede entsteht im Herzen (Audio-Beitrag von Radio Vatikan)

Alle können auf Frieden hinwirken

„Wir dürfen uns nicht mit den Bildern des Todes abfinden, die uns die Nachrichten jeden Tag präsentieren. Von diesem Heiligtum aus, dessen Fassade der heilige Bartolo Longo als Denkwerk des Friedens konzipierte, erheben wir heute im Glauben unser Flehen“

Der Vorplatz des Marienheiligtums, die Piazza Bartolo Longo, ist nach dem Begründer dieses Wallfahrtsorts benannt und der Grundstein dafür wurde vor genau 150 Jahren, am 8. Mai 1876, in Anwesenheit von Bartolo Longo, gelegt. Die Fassade des Heiligtums in Pompeji wurde auf Longos Wunsch als Denkmal für den Weltfrieden errichtet und gipfelt in der imponenten Marmor-Statue der Jungfrau vom Rosenkranz, auf deren Sockel die Inschrift PAX - Friede zu lesen ist. 

Die Papstmesse auf dem Vorplatz des Marienheiligtums von Pompeji
Die Papstmesse auf dem Vorplatz des Marienheiligtums von Pompeji   (@VATICAN MEDIA)

Longo, der zunächst kirchenkritisch war, wurde nach seiner Bekehrung ein Förderer des Rosenkranzgebets und trat dem dritten Orden der Dominikaner bei. Er gründete nicht nur das Marienheiligtum von Pompeji, sondern brachte auch im Jahr 1875 ein Gnadenbild der Madonna dorthin, das anfangs als eher unansehnlich galt und dann nach Restaurierungen zu neuer Schönheit und Berühmtheit kam. Das Gnadenild Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz war für die Papstmesse über dem Altar auf dem Vorplatz zu sehen. 

Das Gnadenbild Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz über dem Altar
Das Gnadenbild Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz über dem Altar   (@Vatican Media)

Würdigung von Bartolo Longo - Fürsprache für Regierungsverantwortliche

Papst Leo XIV. persönlich hatte Longo im Herbst 2025 heilig gesprochen. In seiner Predigt bei der Messe diesen Freitag in Pompeji würdigte der Papst den Heiligen als „Apostel des Rosenkranzes und zugleich ein Apostel der Nächstenliebe“.

Der heilige Bartolo Longo habe zudem über Marias Glauben gesagt, er sei „allmächtig durch die Gnade“. So erneuerte Papst Leo XIV. bei seiner Messe vor dem Marienheiligtum von Pompeji die Bitte um Fürsprache der Gottesmutter für Frieden:

„Möge vom Gott des Friedens eine überreiche Gnade der Barmherzigkeit kommen, die die Herzen berührt, Groll und brüderlichen Hass besänftigt und all jene erleuchtet, die besondere Regierungsverantwortung tragen“

„Auf ihre Fürsprache hin möge vom Gott des Friedens eine überreiche Gnade der Barmherzigkeit kommen, die die Herzen berührt, Groll und brüderlichen Hass besänftigt und all jene erleuchtet, die besondere Regierungsverantwortung tragen. Brüder und Schwestern, keine irdische Macht wird die Welt retten, sondern nur die göttliche Kraft der Liebe, diese göttliche Kraft der Liebe, die Jesus, der Herr, uns offenbart und geschenkt hat. Lasst uns an Ihn glauben, lasst uns auf Ihn hoffen, lasst uns Ihm nachfolgen!" - so der Papst in seiner Predigt.

Die Papstmesse auf dem Vorplatz des Marienheiligtums von Pompeji
Die Papstmesse auf dem Vorplatz des Marienheiligtums von Pompeji   (@Vatican Media)

Nur göttliche Kraft der Liebe rettet

„Brüder und Schwestern, keine irdische Macht wird die Welt retten, sondern nur die göttliche Kraft der Liebe, diese göttliche Kraft der Liebe, die Jesus, der Herr, uns offenbart und geschenkt hat“

Neben dem Thema Friede verwies Papst Leo XIV. auch auf die Bedeutung der Familie:

„Der Rosenkranz lenkt den Blick auf die Nöte der Welt, wie das Apostolische Schreiben Rosarium Virginis Mariae betonte, und schlägt dabei insbesondere zwei Anliegen vor, die nach wie vor von dringender Aktualität sind: die Familie, die unter der Schwächung der ehelichen Bindung leidet, und der Frieden, der durch internationale Spannungen und eine Wirtschaft gefährdet ist, die den Waffenhandel dem Respekt vor dem menschlichen Leben vorzieht."

Der Heilige Bartolo Longo
Der Heilige Bartolo Longo

Ein Bittgebet  für die Welt

Kurz vor dem Ende der Messe sprach Papst Leo XIV. noch mit allen das Bittgebet des Heiligen Bartolo Longo an die Muttergottes von Pompeji - dort heißt es unter anderem:

„Barmherzigkeit erflehen wir heute für die Völker, die auf Abwege geraten sind, für ganz Europa, für die ganze Welt, damit sie reumütig zu deinem Herzen zurückkehren“

„Barmherzigkeit erflehen wir heute für die Völker, die auf Abwege geraten sind, für ganz Europa, für die ganze Welt, damit sie reumütig zu deinem Herzen zurückkehren. Barmherzigkeit für alle, oh Mutter der Barmherzigkeit!" und „Oh Mutter: gewähre der Religion den Triumph und der menschlichen Gesellschaft den Frieden."

Der Erzbischof von Pompeji, Tommaso Caputo, päpstlicher Delegat für das Heiligtum und Papst Leo XIV. bei der Messe
Der Erzbischof von Pompeji, Tommaso Caputo, päpstlicher Delegat für das Heiligtum und Papst Leo XIV. bei der Messe   (@Vatican Media)

Der Erzbischof von Pompeji, Tommaso Caputo, päpstlicher Delegat für das Heiligtum, sagte in seinen Dankesworten an Papst Leo XIV. am Ende der Messe:

„In einer für die Welt so schwierigen Zeit, die von einem unheilvollen Wind des Krieges durchzogen ist, sind Sie hier, um an der Rosenkranzkette der seligen Jungfrau Maria all jene Gründe wieder zu verknüpfen, die weiterhin den Weg der Brüderlichkeit, des Dialogs und des Friedens weisen“

„In einer für die Welt so schwierigen Zeit, die von einem unheilvollen Wind des Krieges durchzogen ist, sind Sie hier, um an der Rosenkranzkette der seligen Jungfrau Maria all jene Gründe wieder zu verknüpfen, die weiterhin den Weg der Brüderlichkeit, des Dialogs und des Friedens weisen."

(vatican news - sst)

 

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08. Mai 2026, 13:17