Papst Leo: Gott liebt bedingungslos
Leo meditierte beim Regina Coeli, wie das traditionelle Mittagsgebet der Kirche in der Osterzeit heißt, wie immer über das Evangelium vom Sonntag. Es enthält diesmal Worte, die Jesus beim Letzten Abendmahl an seine Jünger richtet: „Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten“. Was Jesus damit meinte, sei „keine Drohung“ gewesen, sondern „eine Einladung zu einer Beziehung“, erklärte der Papst. Eine Beziehung zu Gott, die auch den Umgang mit den anderen durchformt.
„Christus selbst ist das Maß, der Maßstab wahrer Liebe: der ewig treuen, reinen und bedingungslosen Liebe“, so Leo wörtlich. Es sei eine Liebe ohne Wenn und Aber, „die sich verschenkt, ohne besitzen zu wollen, die Leben schenkt, ohne etwas im Gegenzug zu verlangen. Weil Gott uns zuerst liebt, können auch wir lieben; und wenn wir Gott wirklich lieben, lieben wir auch einander wirklich.“
Aus Liebe schicke Gott auch einen Beistand, den Heiligen Geist. Diesen könne freilich nur empfangen, wer nicht im Bösen verharre, Leo nannte als Beispiele ein Verhalten, das Arme unterdrückt, Schwache ausschließt und Unschuldige tötet. Der Heilige Geist sei „die Kraft der Wahrheit“, der Gegenspieler hingegen – mit Johannes – der „Vater der Lüge, der den Menschen gegen Gott und die Menschen gegeneinander aufbringen will: also genau das Gegenteil von dem, was Jesus tut, wenn er uns vom Bösen rettet und uns als ein Volk von Brüdern und Schwestern in der Kirche vereint.“
Rund 25.000 Gläubige und Gäste hatten sich zu dem sonntäglichen Fixtermin mit dem Papst auf dem Petersplatz versammelt. Das Mittagsgebet ist jeweils dreiteilig gestaltet: Zunächst hält das Kirchenoberhaupt eine vorbereitete kurze Katechese zum jeweiligen Sonntagsevangelium, gefolgt vom eigentlichen Gebet des Engels der Herrn. Danach richtet der Papst einige Grußworte an die Anwesenden und gegebenenfalls Appelle an die Weltgemeinschaft und erteilt abschließend den Segen.
(vatican news – gs)
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