Suche

Leo XIV.: Eucharistie als Gegenmittel gegen Spaltungen

Die Eucharistie führt Christen in eine Dynamik der Einheit hinein und wirkt den Kräften der Spaltung entgegen. Das hat Papst Leo XIV. bei der Generalaudienz an diesem Mittwoch hervorgehoben. Die Eucharistie sei „ein wirksames Gegenmittel gegen die Spaltungskräfte“, die „unsere Welt, unsere Gemeinschaften, unsere Familien und unser Herz untergraben“.

Der Papst setzte seine Katechesereihe über die Dokumente des Zweiten Vatikanischen Konzils fort und sprach neuerlich über die Liturgiekonstitution „Sacrosanctum Concilium“. Im Mittelpunkt seiner Betrachtung stand die Eucharistie als Schule christlichen Lebens und die Einheit zwischen Wort Gottes und Eucharistie.

Wer an der Eucharistie teilnehme, werde in Christus eingegliedert und lerne, den Lebensstil Jesu anzunehmen, erklärte Leo XIV. Dieser Lebensstil sei „durch die unentgeltliche Selbsthingabe gekennzeichnet“. Aus der Gemeinschaft mit Christus erwachse eine Haltung, die Menschen miteinander verbinde und Einheit fördere: Die Gläubigen gelangten, so der Papst, „durch Christus, den Mittler, von Tag zu Tag zu immer vollerer Einheit mit Gott und untereinander“.

Papst Leo bei der Generalaudienz
Papst Leo bei der Generalaudienz   (@Vatican Media)

Leo XIV. verwies auch auf die Rolle der versammelten Gemeinde bei der Eucharistiefeier. Das Opfer werde „nicht nur durch die Hände des Priesters, sondern auch gemeinsam mit ihm“ dargebracht. Die Eucharistie sei daher Ausdruck des geistlichen Opfers aller Christen. Zugleich sei sie auf die Vollendung des Reiches Gottes ausgerichtet. Leo nannte die Eucharistie das „Sakrament des kommenden Reiches“ und das „Brot für den Weg“, das die Gläubigen „zur himmlischen Heimat führt, bis zu jenem seligen Tag, an dem ,Gott alles in allen sein wird´“, so der Papst mit einem Pauluszitat aus dem ersten Korintherbrief.

Wort Gottes und Eucharistie: Ein einziger Kultakt

Von dort aus lenkte der Papst den Blick auf die beiden Grundteile der Messe, Wortgottesdienst und Eucharistiefeier. Sie gehörten untrennbar zusammen. Beide Teile „sind so eng miteinander verbunden, dass sie einen einzigen Kultakt ausmachen“, zitierte Leo aus der Konzilskonstitution.

Was das Hören und Vertiefen der Bibeltexte in der Liturgie anlangt, stellte der Papst klar, „dass es nicht nur darum geht, intellektuelles Wissen über die Heilige Schrift zu erwerben“. Christen seien aufgerufen, das „lebendige und wirksame“ Wort Gottes zu empfangen, das sich zugleich an die ganze Kirche und an jeden Einzelnen richte. Dieses Wort nähre und stärke gemeinsam mit dem eucharistischen Brot und führe zum neuen Leben in Christus. In diesem Zusammenhang zitierte Leo seinen Vorgänger Benedikt XVI. (2005-2013) mit den Worten: „Die Eucharistie öffnet uns für das Verständnis der Heiligen Schrift, ebenso wie die Heilige Schrift ihrerseits das eucharistische Geheimnis beleuchtet und erklärt.“

Papst Leo bei der Generalaudienz
Papst Leo bei der Generalaudienz   (@VATICAN MEDIA)

„Die Eucharistie öffnet uns für das Verständnis der Heiligen Schrift, ebenso wie die Heilige Schrift ihrerseits das eucharistische Geheimnis beleuchtet und erklärt“

Leo XIV. erinnerte in diesem Zusammenhang an die Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils. Das Konzil habe gefordert, „die Schatzkammer der Bibel weiter aufgetan werden soll“, damit die wichtigsten Teile der Heiligen Schrift dem Volk Gottes verkündet würden. Diese Vorgabe habe ihren Niederschlag im Lektionar gefunden, dem Buch mit den biblischen Lesungen der Liturgie. „Diese Fülle wurde aus der reinsten Quelle der lebendigen Tradition geschöpft, die die ,Treue zur Tradition´ mit der Offenheit für einen ,berechtigten Fortschritt´ verbindet“, erklärte Leo mit Zitaten aus der Liturgie-Konstitution.

Papst Leo bei der Generalaudienz
Papst Leo bei der Generalaudienz   (@VATICAN MEDIA)

Zum Abschluss der Katechese rief Leo XIV. dazu auf, sich von dem Geheimnis innerlich verändern zu lassen, das die Kirche in der Liturgie feiere. „Lasst uns im Glauben aus dieser Quelle des göttlichen Lebens schöpfen - und lassen wir uns von dem Geheimnis, das wir feiern, verwandeln.“

(vatican news – gs)

Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen..

24. Juni 2026, 10:40

Die vergangenen Generalaudienzen

Alles lesen >