Papst bei Generalaudienz: Beten ist zentrale Dimension des Menschseins
Mario Galgano - Vatikanstadt
Bereits am vorangegangenen Sonntag hatte das Kirchenoberhaupt das Mittagsgebet wieder vom Fenster des Apostolischen Palastes aus geleitet, nachdem es im Vormonat teils in Castel Gandolfo abgehalten worden war.
In seiner Katechese setzte der Papst die Betrachtung der Liturgiekonstitution Sacrosanctum Concilium des Zweiten Vatikanischen Konzils fort und widmete sich der kirchlichen Dimension des Gebets. Er wies darauf hin, dass in einer stark von Effizienz- und Konsumdenken geprägten Gesellschaft das Gebet oft fälschlicherweise als nutzlos wahrgenommen oder mit einer psychologischen Technik zur Steigerung des persönlichen Wohlbefindens verwechselt werde. Das Beten sei jedoch eine grundlegende Dimension des Menschseins und ein Ort der Begegnung zwischen Gott und den Menschen. Dazu sagte der Papst:
„In unserer Zeit, in der Effizienzdenken und Konsumdenken vorherrschen, mag das Gebet als etwas Nutzloses oder Lächerliches erscheinen. In einer Welt, in der Wissenschaft und Technik vorgeben, alle Antworten zu geben, kann das Beten wie eine Form der Realitätsflucht erscheinen. Zudem wird das Gebet selbst in vielen christlichen Familien nicht mehr weitergegeben, während zahlreiche Menschen Gefahr laufen, es mit einer Technik unter vielen zu verwechseln – einer Technik psychologischer Natur, die auf das persönliche Wohlbefinden abzielt. Das Gebet hingegen verdient es als grundlegende Dimension unseres Menschseins, in seiner Wahrheit wiederentdeckt zu werden.”
Alltag der Gläubigen heiligen
Unter Bezugnahme auf Papst Paul VI. und den heiligen Augustinus hob Papst Leo XIV. hervor, dass die Liturgie und insbesondere das Stundengebet im Verbund mit der Eucharistie den Alltag der Gläubigen heiligen. Die regelmäßigen Gebetszeiten am Morgen, Mittag, Abend und in der Nacht spendeten Kraft sowie Hoffnung und dienten als tragendes Element im Leben der Kirche:
„Das Stundengebet heiligt, verbunden mit der Eucharistie, deren Licht es fortstrahlt, die Zeit unseres Alltags: Am Morgen beginnen wir den Tag im Glauben und in Dankbarkeit; am Mittag bitten wir um die Kraft zur Treue inmitten der Mühen; am Abend, wenn die Arbeit getan ist, begleitet die Vesper den Moment des Sonnenuntergangs; in der Nacht schlafen wir ein und vertrauen uns dem Frieden Gottes an. Jede Stunde ist ein Akt der Hoffnung: Während unserer irdischen Pilgerreise wachen wir und erwarten gemeinsam mit der ganzen Kirche die glorreiche Wiederkunft des Herrn.”
(vatican news)
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