Papst-Gebet mit internationalem Kinderchor: Bete besonders für Frieden
Stefanie Stahlhofen - Vatikanstadt
Musikalisch umrahmt wurde der Gebetsmoment mit Papst Leo XIV. bei der Veranstaltung „Cantico di Pace“ (Friedensgesang) in den Gärten der päpstlichen Sommerresidenz in Castel Gandolfo von Tenor Andrea Bocelli und dem Chor der Andrea Bocelli Foundation, ABF Voices. Papst Leo saß in der ersten Reihe, auf der Bühne waren Startenor Bocelli und zahlreiche Kinder und Jugendliche.
Der Chor bestand aus 164 Kindern und Jugendlichen aus dem Heiligen Land, Uganda, Haiti und Italien. Viele der jungen Sängerinnen und Sänger stammen aus Krisen- und Konfliktregionen. Papst Leo XIV. würdigte in seiner Ansprache Chöre als „Symbol für Einigkeit und Zusammenarbeit" - und als Möglichkeit, sich Gott anzunähern.
Musik, Schönheit und Glaube
„Meine lieben jungen Freunde, habt ihr beim Singen gespürt, wie die Musik euch alle in einer neuen Erfahrung zusammengebracht hat, etwas das größer war als das, was jeder alleine hätte schaffen können? Das ist die Erfahrung der Schönheit. Sie eröffnet uns einen neuen Horizont und erweckt in uns auch den Wunsch neu, aufeinander zuzugehen. Wenn wir uns zu diesem Horizont aufmachen, entdecken wir nicht nur etwas, sondern Jemanden: Wir treffen Gott, unseren Schöpfer. So, wie wir einem Fluss bis zu seiner Quelle folgen können, lädt uns die Schönheit der Musik ein, denjenigen zu treffen, der die Schönheit ist."
Frieden
„Der Herr ist alles, was wir im Leben suchen, er allein kann unseren unruhigen Herzen Frieden bringen. Erinnert euch daran, dass ihr für Großes geschaffen seid und dass die ganze Welt alleine nicht reicht, euren Durst nach Sinn und Glück zu sättigen. Wisst auch, dass der Heilige Vater euch liebt und für euch betet, für eure Familien und für eure Länder. Besonders bete ich dafür, dass Frieden in euren Häusern herrschen möge und an allen Orten der Welt, die weiter aufgrund von Gewalt leiden."
Dank für Chor-Projekt
„Mit Hilfe der Kraft der Musik tragt auch ihr zum Auftrag der Kirche bei, nachhaltige Entwicklung jedes Menschen zum Wohl der Allgemeinheit zu fördern. Möge Gott eure Mühen segnen!"
Kinder sprechen Fürbitten
Bei dem Gebetsmoment mit Papst Leo XIV. trugen einige Kinder in verschiedenen Sprachen Fürbitten vor. Sie baten etwa um Frieden und Schutz der Schöpfung, Schulbildung, Gesundheitsversorgung, Wohnraum für sich und die Großeltern oder eine Kirche. „Du, Herr, kennst den Chor und das Orchester aller Völker nur zu gut. Lass die Harmonie unserer Stimmen nicht der Klang unseres Weinens sein, sondern lass alle unsere Stimmen, wenn wir auf Dein Wort hören, im freudigen Lied Deiner Auferstehung vereinen."
Inspiriert von Franz von Assisi
Der Titel der Veranstaltung, „Cantico di Pace“ - Friedensgesang - erinnert an den Sonnengesang (Cantico delle creature) den Franz von Assisi im Jahr 1224 verfasste. Den berühmten Text trug Ordensschwester Alessandra Smerilli, die im September ihr Amt als Präfektin des Dikasteriums für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen antritt, in Auszügen im Originaltext auf Altitalienisch vor - etwa die Stelle, an der es heißt: „Gelobt seist du, mein Herr, durch jene, die verzeihen um deiner Liebe willen und Krankheit ertragen und Drangsal. Selig jene, die solches ertragen in Frieden, denn von dir, Höchster, werden sie gekrönt." Nach den Auszügen aus dem Sonnengesang las Kardinal Fabio Baggio, der künftige Generaldirektor des Zentrums „Laudato si’“, Auszüge aus der Genesis vor. All dies war nicht nur musikalisch umrahmt, sondern auch durch die Schönheit der Natur in den Gärten von Castel Gandolfo.
Schutz der Schöpfung
In seiner Eröffnungsansprache hatte Kardinal Baggio, ab dem 1. September 2026 Pro-Präfekt des Dikasteriums für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen und Generaldirektor des Zentrums „Laudato si’“, dazu aufgerufen, „das zu bewahren, was wir als Geschenk erhalten haben, damit es auch für künftige Generationen weiterhin Leben und Hoffnung hervorbringt“.
Das berühmte Friedensgebet, das mit den Worten „Herr, mach mich zu einem Werkzeug Deines Friedens" beginnt, und Franz von Assisi zugeschrieben wird, sprach bei der Gebetsveranstaltung mit Papst Leo XIV. in Castel Gandolfo der Kustos des Heiligen Landes, der Franziskaner Francesco Ielpo.
Friedensgebet
Gemeinsames Vaterunser und Segen
Papst Leo XIV. leitete gegen Ende des Gebetsmoments ein gemeinsames Vaterunser auf Englisch und sprach seinen Segen. Zum Ende der Veranstaltung überreichten Mitglieder des Chores aus den verschiedenen Ländern Papst Leo XIV. als Zeichen des Dankes und Ausdruck der eigenen Identität ein Kunstwerk aus ihrem Land. Letzter musikalischer Beitrag war das Lied „Amazing Grace".
Hintergrund
Dieses Jahr jährt sich der Tod Franz von Assisis zum 800. Mal. Das Gebet mit Papst Leo XIV. in Castel Gandolfo war Teil der offiziellen Gedenkveranstaltungen. Organisiert war der Gebetsmoment mit musikalischer Begleitung vom Zentrum für Höhere Bildung Laudato si’ - benannt übrigens nach den Anfangsworten des Sonnengesangs - in Castel Gandolfo gemeinsam mit der Andrea Bocelli Foundation.
(vatican news - sst)
Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen..
