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Pater Gabriel Romanelli, Pfarrer der römisch-katholischen Gemeinde in Gaza (Archivbild, 2025) Pater Gabriel Romanelli, Pfarrer der römisch-katholischen Gemeinde in Gaza (Archivbild, 2025) 

Pfarrer von Gaza dankt Papst Leo für seine Nähe

Pater Gabriel Romanelli, Pfarrer der einzigen römisch-katholischen Gemeinde in Gaza, hat sich für den erneuten Friedensappell zum Heiligen Land, den Papst Leo XIV. diesen Sonntag beim Mittagsgebet gemacht hat, bedankt. In einer Videobotschaft auf Spanisch berichtet der aus Argentinien stammende Priester zudem, dass Papst Leo in stetigem Kontakt mit der Pfarrei stehe.

Federico Piana und Stefanie Stahlhofen - Vatikanstadt

„Die Tage vergehen, die Wochen auch..." heißt der Titel des Videos, das Pater Romanelli diesen Sonntag nach dem Angelus-Gebet und dem Friedensappell des Papstes auf seinem Youtube Kanal veröffentlicht hat. Dazu erklärt Romanelli im Video:

„Der Titel, den wir dem heutigen Update gegeben haben, stammt aus einer kleinen Nachricht, die uns Papst Leo XIV. heute geschickt hat, der immer in ständigem Kontakt mit uns steht und für uns betet. Und der Heilige Vater hat mir das Folgende geschrieben: ,Die Tage vergehen, die Wochen auch, aber ich sehe, dass die Lage immer noch sehr schwierig ist. Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an diejenigen denke und für sie bete, die leiden. Danke, dass ihr ihnen beisteht.` Er sagt zu den Ordensleuten: ,Gott möge euch helfen und stärken. Gottes Segen, eine brüderliche Umarmung."

Pater Gabriel Romanelli, Pfarrer der einzigen römisch-katholischen Gemeinde in Gaza, über den Friedensappell zum Heiligen Land von Papst Leo XIV. und die Lage vor Ort (Audio-Beitrag von Radio Vatikan)

„Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an diejenigen denke und für sie bete, die leiden. Danke, dass ihr ihnen beisteht“

Neben dieser kurzen Botschaft des Papstes an die einzige katholische Pfarrei in Gaza berichtet Pfarrer Romanelli, dass er die Worte von Papst Leo XIV. nach seinem Mittagsgebet diesen Sonntag und seinen Aufruf zu Frieden und Dialog für den Nahen Osten, noch einmal genau nachgelesen hat: 

„Ich habe heute den Angelus des Heiligen Vaters gelesen, in dem er darum bittet, dass der Krieg ein Ende findet, dass all das ein Ende findet, was gerade im Gazastreifen, im Westjordanland, also im anderen Teil Palästinas, geschieht. Und es wäre doch gut, wenn konkrete Lösungen gefunden würden. Das ist die Botschaft des Papstes vom Angelus." Pfarrer Romanelli fasst außerdem die weiteren Worte des Papstes beim Angelus noch einmal zusammen. 

„Ich habe heute den Angelus des Heiligen Vaters gelesen, in dem er darum bittet, dass der Krieg ein Ende findet, dass all das ein Ende findet“

Mit Blick auf die gesamte Region im Nahen Osten hatte Leo XIV. die Lage vor Ort beklagt und alle Konfliktparteien aufgerufen, gerechte politische Lösungen zu suchen, Angriffe einzustellen und dringend wieder Raum für Diplomatie und Gespräche zu schaffen. Der Papst hatte zudem an den gerade erst seliggesprochenen maronitischen Patriarchen Elia Hoayek erinnert und Hoffnung auf Frieden für den Libanon geäußert.

Lage in Gaza katastrophal

Unterdessen bleibt die Lage im Gazastreifen hart, mit anhaltenden israelischen Angriffen und einer sich zunehmend verschärfenden humanitären Krise. Laut der „Integrated Food Security Phase Classification“ (IFPSC) könnten bis Ende 2026 mehr als 1,4 Millionen Menschen – etwa zwei Drittel der Bevölkerung – unter schwerer Ernährungsunsicherheit leiden, sollten die Hilfen vor Ort weiter zurückgehen. Pfarrer Romanelli sagt in seiner Videobotschaft zur Situation in Gaza, die starke Hitze mache es den Leuten zusätzlich schwer:

„Also, die Lage in Gaza ist nach wie vor katastrophal. Wir mussten einen Ausflug ans Meer absagen – ich weiß nicht, ob ich das schon erwähnt habe. Ich war total begeistert. Es hätten mehr Familien dabei sein sollen als beim letzten Mal, aber vor vier Tagen gab es eine Unwetterwarnung – zunächst hieß es, man solle nicht an Orten schwimmen, an denen es keine Rettungsschwimmer gibt. Wir hatten einen Rettungsschwimmer, aber ehrlich gesagt, war es wirklich sehr gefährlich. Und na ja, dann haben wir beschlossen, alles abzusagen. Es ist unglaublich heiß. Selbst wenn man sich gar nicht bewegt, ist es heiß. Jetzt weht draußen ein bisschen Wind..."

„Gaza gleicht einer Landschaft nach einem Tsunami, die ihrem Schicksal überlassen ist. Die Menschen sterben weiterhin“

Und auch abgesehen von Hitze und Unwettern habe sich die Lage „nicht nur nicht verbessert, sondern sogar noch verschlechtert", erklärt Romanelli in einem Schreiben für den Pfarrbrief August/September, das die italienische katholische Tageszeitung „Avvenire" diesen Dienstag vorab veröffentlichte. Seit Beginn des Waffenstillstands im Oktober 2025 habe sich die allgemeine Lage zwar insofern verbessert, als es keine Flächenbombardements mehr gebe. Dennoch sei die Lage nicht gut: „Gaza gleicht einer Landschaft nach einem Tsunami, die ihrem Schicksal überlassen ist. Die Menschen sterben weiterhin. Hier und da gehen die Bombardements weiter, sogar im Stadtzentrum, das voller Menschen, voller Zivilisten ist", schreibt Romanelli.

Er berichtet zudem von schweren, unheilbaren Krankheiten und dass es „fast keine Evakuierungsmöglichkeiten für die Tausenden von Verletzten und Kranken" gebe. „Tausende warten darauf, außerhalb behandelt zu werden. Die meisten Krankenhäuser, sofern sie überhaupt funktionieren, arbeiten mit dem absolut Nötigsten. Erkrankungen des Verdauungstrakts, des Nervensystems, der Augen und Ohren sowie Hautkrankheiten breiten sich grassierend aus", schildert der Pfarrer der einzigen römisch-katholischen Pfarrei in Gaza die Lage vor Ort. Auf dem Markt gebe es zwar wieder mehr Lebensmittel, aber die könne sich kaum wer leisten. „Der Großteil der Bevölkerung, etwa zweieinhalb Millionen Menschen, benötigt dringend humanitäre Hilfe. Und diese Hilfe kommt nur sporadisch an. Sie kommt zwar an, ist aber unzureichend." 

„Der Großteil der Bevölkerung, etwa zweieinhalb Millionen Menschen, benötigt dringend humanitäre Hilfe. Und diese Hilfe kommt nur sporadisch an. Sie kommt zwar an, ist aber unzureichend“

Es mangele weiterhin an Wasser und funktionierender Stromversorgung; ein Großteil der Menschen lebe in Zelten; Schulen seien überfüllt mit Vertriebenen, Unterricht gebe es nur für wenige Kinder. Das Schicksal der Menschen in Gaza scheine die Welt kaum zu interessieren - könne man meinen, schreibt Romanelli im Pfarrbrief. „Aber das stimmt nicht. Es gibt viele Menschen auf der ganzen Welt, innerhalb und außerhalb der Kirche, die sich nach Frieden sehnen, die sich nach Gerechtigkeit sehnen und die sich dafür einsetzen, dass jeder Mensch seine unveräußerlichen Rechte genießen kann." Der Pfarrer der einzigen katholischen Pfarrei in Gaza betont, dass Frieden zudem nicht unmöglich sei.

Frieden ist möglich

„Frieden ist möglich, Gerechtigkeit ist absolut notwendig, ebenso wie Versöhnung und die Anerkennung der Würde jedes Menschen. Es stimmt nicht, dass das, was hier geschieht, das Ergebnis eines endlosen Krieges ohne Aussicht auf eine Lösung ist. Das ist nicht der Fall. Und auch wenn der menschliche Horizont noch sehr düster erscheint, ist ein Funken Hoffnung auf Frieden zwischen Palästina und Israel möglich." 

„Auch wenn der menschliche Horizont noch sehr düster erscheint, ist ein Funken Hoffnung auf Frieden zwischen Palästina und Israel möglich“

Die katholische Pfarrei in Gaza versuche, ihren Auftrag weiter fortzusetzen. „Wir bemühen uns zudem, unseren Glauben mit glühender Nächstenliebe zu bezeugen, indem wir versuchen, der Zivilbevölkerung, die weiterhin unter den Schrecken dieses Krieges leidet, auf jede erdenkliche Weise zu helfen." Und jeder einzelne könne die Menschen in Gaza unterstützen: Durch Gebete für den Frieden und „indem Sie sich für einen gerechten Frieden einsetzen und über unsere Situation mit Wahrheit, Nächstenliebe und Besonnenheit sprechen."

(vatican news/youtube/avvenire)

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28. Juli 2026, 09:55