Österreich: Bischöfe fordern zu Pfingsten Mut und Zusammenhalt
„Da hilft der Geist der Erkenntnis und der Weisheit wie ein innerer Kompass. Er bringt Orientierung in den Wissensdschungel, Herzensbildung in die Klugheit, er meldet sich in der leisen Stimme des Gewissens, wenn wir unseren Wertekanon bilden", so der Erzbischof am Sonntag im Wiener Stephansdom. KI könne „Werkzeug oder Waffe" sein, sagte Grünwidl. Nötig seien daher Rahmenbedingungen, damit neue Technologien „dem Fortschritt der Menschlichkeit, der Würde des Menschen und einer guten Zukunft dienen".
Mit Verweis auf die für Montag (25. Mai) angekündigte KI-Enzyklika von Papst Leo XIV. erinnerte Grünwidl daran, dass der Papst seinen Namen bewusst in Anlehnung an Leo XIII. gewählt habe, der die sozialen Folgen der Industrialisierung thematisierte. Heute stehe die Welt erneut vor einer Revolution. Entscheidend sei dabei nicht, technische Entwicklungen „zu verteufeln oder einfach abzusegnen", sondern die Frage, wie mit ihnen umgegangen werde. Die erste Enzyklika von Papst Leo XIV. „Magnifica humanitas“ stellt der Vatikan am Pfingstmontag, dem 25.5.2026 ab 11.15 vor - im Beisein von Papst Leo XIV. Wir übertragen im Livestream mit deutscher Übersetzung.
Mit Blick auf Weltkirche wie Weltlage verband Grünwidl die Pfingstbotschaft schließlich mit einem Appell gegen Krieg, soziale Ungleichheit und Umweltzerstörung. Die Welt sei zwar digital vernetzt, zugleich aber „gespalten und verfeindet". Während Milliarden in Aufrüstung investiert würden, hungerten Millionen Menschen. Der Heilige Geist könne helfen, die Welt „menschlicher, friedlicher, hoffnungsvoller" zu machen.
Pfingstpredigten in Salzburg, Feldkirch und Innsbruck
Pfingsten sei zudem eine Erinnerung an die christliche Hoffnung und das Vertrauen, Mut zur Veränderung, dort ist Heiliger Geist gefragtdass nicht ich es bin, der alles machen und erreichen muss, sondern dass letztlich bei all meinem Bemühen das Entscheidende jemand anderer leistet. Dass das unserer Mentalität des Selber-Machens und Selber-Durchsetzens widerspricht, liegt auf der Hand". Das Wesentliche des Lebens - Liebe, Vertrauen, Glück, Glaube, Zufriedenheit, Dankbarkeit - könne der Mensch nicht selbst produzieren, vielmehr werde es einem geschenkt. „Auch den Heiligen Geist können wir nicht herstellen. Wir können nur um ihn bitten, ihn empfangen und uns von ihm und seinen Gaben beschenken lassen", so Elbs.
Besonders deutlich wurde der Bischof beim Thema Sprache und gesellschaftlicher Umgangston. Begriffe wie „Lügenpresse", „Gutmensch" oder „Sozialtourismus" stünden für eine Sprache der Spaltung, warnte Elbs. Das Pfingstfest erinnere daran, dass Verständigung und gegenseitiges Zuhören Grundlagen des gesellschaftlichen Zusammenhalts seien.
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