Ukraine-Appell des Papstes: Krieg löst keine Probleme, im Gegenteil
Mario Galgano - Vatikanstadt
Der Papst drückte all jenen seine Nähe aus, die unter den jüngsten Angriffen leiden, welche zunehmend auch die Zivilbevölkerung treffen. Die Mahnungen des Papstes folgen auf Berichte über verheerende militärische Entwicklungen. In der Nacht zum Dienstag wurden in der Region Donezk sechs Todesopfer infolge russischer Angriffe gemeldet. Bereits am vergangenen Wochenende erlebte die Hauptstadt Kyiv einen der massivsten Angriffe seit Kriegsbeginn, bei dem nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe rund 600 Drohnen und 90 Raketen zum Einsatz kamen. Mindestens vier Menschen kamen dabei ums Leben, über 50 wurden verletzt. Gleichzeitig meldeten die Konfliktparteien schwere Gegenschläge, darunter einen ukrainischen Drohnenangriff auf ein Studentenwohnheim im besetzten Starobilsk in der Region Luhansk, der laut lokalen Angaben 21 Todesopfer forderte und von der ukrainischen Armee als militärisches Ziel eingestuft wurde. Zudem geriet zuletzt auch die Krim ins Visier neuer Angreiferwellen.
Krieg verschlimmert die Probleme
Vor diesem Hintergrund fand der Papst deutliche Worte für das anhaltende Blutvergießen. Krieg löse die Probleme nicht, sondern verschlimmere sie nur, warnte er eindringlich. Krieg baue keine Sicherheit auf, sondern vervielfache das Leiden und den Hass. Wo Raketen und Drohnen fallen, da fallen nach den Worten des Papstes auch die Hoffnungen, werden Häuser sowie Kirchen zerstört und unschuldige Leben ausgelöscht. In seinem Gebet vertraute er alle vom Krieg verwundeten Völker dem Schutz der Jungfrau Maria, der Königin des Friedens, an.
Das schwere Drama im Libanon
Die Sorge des Vatikans beschränkte sich an diesem Mittwoch jedoch nicht nur auf Osteuropa. Bei den Grüßen an die französisch- und arabischsprachigen Gläubigen wandte sich der Pontifex insbesondere an die Pilger aus dem Libanon, einem weiteren Land, das schwer vom Drama des Krieges gezeichnet ist. In diesem Kontext rief er auch dazu auf, den Heiligen Geist anzurufen, damit eine liturgische Erneuerung im Geiste der authentischen Tradition die kirchliche Gemeinschaft und die volle Teilhabe der Gläubigen stärke.
Zuletzt richtete der Papst seinen Blick auf die polnischen Pilger und erinnerte an den Muttertag, den die Menschen in Polen am Vortag gefeiert hatten. Er dankte allen Müttern, die das Geschenk des Lebens großzügig weitergegeben haben und für ihre Kinder sorgen, indem sie ihnen die Liebe zu Gott und den Mitmenschen vermitteln. Verbunden mit der Bitte um die Fürsprache der Gottesmutter rief er die polnischen Gläubigen dazu auf, das Leben jedes Menschen von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod im Heimatland zu schützen.
(vatican news)
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