Papst: Liturgie als Motor der Evangelisierung wiederentdecken
Stefanie Stahlhofen - Vatikanstadt
Die Konstitution „Sacrosanctum Concilium" des zweiten Vatikanums wollte den Gläubigen den Zugang zu den „Gnaden der heiligen Liturgie erleichtern", erklärte Papst Leo bei der Katechese auf dem Petersplatz, anwesend waren rund 25.000 Menschen. Es gelte bei der Liturgie „die gesunde Tradition glücklich zu bewahren und doch dem berechtigten Fortschritt den Weg zu öffnen“. Leo zitierte auch den deutschen Papst, Benedikt XVI., zu diesem „Reformprogramm“ der Konzilsväter.
„Papst Benedikt XIV. bemerkte: ,Nicht selten werden Tradition und Fortschritt auf ungeschickte Weise miteinander in Gegensatz gebracht. In Wirklichkeit ergänzen die beiden Begriffe einander: Die Tradition ist eine lebendige Wirklichkeit und schließt daher in sich das Prinzip der Entwicklung, des Fortschritts ein. Es ist, als bringe der Fluß der Tradition immer seine Quelle mit sich und strebe zu seiner Mündung.`“
Liturgische Änderungen habe es im Lauf der Jahrhunderte immer wieder gegeben, führte Papst Leo weiter aus. „Sie halfen den Gläubigen, durch die Riten fruchtbar am Paschageheimnis Christi teilzunehmen. Dieses Geheimnis ist das Fundament des christlichen Glaubens."
Reform der Liturgie nur, wenn wirklich erforderlich
Papst Leo betonte, dass die Konzilsväter bei der Überarbeitung der Riten empfahlen, Reformen nur vorzunehmen, wenn „ein echter und gewisser Nutzen der Kirche es erfordert“. Zudem betone die Konstitution „Sacrosanctum Concilium", „dass die neuen Formen aus den schon bestehenden gewissermaßen organisch herauswachsen“ sollten und zum Wohl der ganzen Kirche jeder Reform „eine sorgfältige theologische, historische und pastorale Untersuchung" vorausgehen müsse:
„Das konziliare Lehramt lädt dazu ein, eine Verunsicherung der Gläubigen zu vermeiden. Es hält jeden davon ab, in der Liturgie eigenmächtig etwas hinzuzufügen, wegzulassen oder zu ändern. Der von der Konstitution geforderte Fortschritt gefährdet die kirchliche Gemeinschaft keineswegs. Er will sie vielmehr festigen und fördern."
Papst Leo XIV. mahnte zudem alle, die Gottesdienste vorbereiten. Dies gelte besonders für die Priester, die den liturgischen Vorsitz innehaben. „Sie sollen stets die Texte und die Ordnungen der Liturgie achten. Dieser Respekt entspringt einer inneren Haltung der Offenheit und des Vertrauens auf Gott. Er zeigt Demut vor seiner Größe und aufrichtige Treue zur Gemeinschaft der Kirche."
Hintergrund
Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen.
