Papst Leo XIV. an Katholikos Aram I.: „Weg zur vollen Einheit“

Vor seiner Generalaudienz an diesem Mittwochvormittag hat Papst Leo XIV. das Oberhaupt der Armenisch-Apostolischen Kirche (Großes Haus von Kilikien), Katholikos Aram I., im Vatikan willkommen geheißen. Aram nahm dann auch an der Generalaudienz teil - neben dem Papst. Bei der Armenisch-Apostolischen Kirche handelt es sich um eine der ältesten orientalisch-orthodoxen Nationalkirchen der Christenheit, die eine eigenständige Hierarchie und Liturgie pflegt.

Mario Galgano - Vatikanstadt

Das Katholikat von Kilikien, das derzeit von Aram I. geleitet wird, hat seinen historischen Sitz im libanesischen Antelias. Die Begegnung am Mittwoch stellte den vorläufigen Höhepunkt eines mehrtägigen Aufenthalts des Katholikos in Rom dar. Bereits am vergangenen Montag hatte das Oberhaupt der katholischen Kirche den armenischen Gast zu einer privaten Audienz empfangen.

Zum Nachhören - was der Papst sagte

Fokus auf theologische Annäherung und Friedensgebete

In seiner Ansprache hob das katholische Kirchenoberhaupt die Bedeutung des Besuchs für den laufenden bilateralen Dialog hervor. Leo XIV. erklärte wörtlich:

„Ich freue mich sehr, Seine Heiligkeit Aram I., Katholikos von Kilikien der Armenisch-Apostolischen Kirche, zusammen mit der ihn begleitenden hochrangigen Delegation willkommen zu heißen. Dieser brüderliche Besuch stellt eine wichtige Gelegenheit dar, die bereits bestehenden Bande der Einheit zwischen uns zu stärken, während wir uns der vollen Gemeinschaft zwischen unseren Kirchen nähern.“

„Dieser brüderliche Besuch stellt eine wichtige Gelegenheit dar, die bereits bestehenden Bande der Einheit zwischen uns zu stärken, während wir uns der vollen Gemeinschaft zwischen unseren Kirchen nähern“

Der Papst verwies auf das bevorstehende Pfingstfest und die Pilgerreise der armenischen Delegation zu den Gräbern der Apostel Petrus und Paulus. Er forderte die anwesenden Gläubigen auf, dafür zu beten, dass diese Begegnung „einen weiteren Schritt auf dem Weg zur vollen Einheit darstellen möge“.

Neben den kirchenpolitischen Aspekten thematisierte Leo XIV. auch die anhaltenden Konflikte im Westasien. „Lasst uns auch für den Frieden im Libanon und im Nahen Osten beten, die erneut von Gewalt und Krieg zerrissen sind“, so der Papst.

„Lasst uns auch für den Frieden im Libanon und im Nahen Osten beten, die erneut von Gewalt und Krieg zerrissen sind“

Dank für ökumenisches Engagement

Abschließend dankte der Papst dem Katholikos ausdrücklich für dessen langjährige Arbeit im Rahmen der Internationalen Gemischten Kommission für den theologischen Dialog zwischen der katholischen Kirche und den orientalisch-orthodoxen Kirchen:

„Eure Heiligkeit, ich möchte Ihnen meinen besonderen Dank für Ihr beständiges persönliches Engagement für die Ökumene aussprechen, insbesondere für den internationalen theologischen Dialog zwischen der katholischen Kirche und den orientalisch-orthodoxen Kirchen. Herzlich willkommen, Eure Heiligkeit, liebe Bischöfe und liebe Freunde!“

Die Ansprache endete mit einem gemeinsamen Anrufen von Heiligen, die sowohl in der katholischen als auch in der armenischen Tradition verehrt werden, darunter der Heilige Gregor der Erleuchter und der Heilige Gregor von Nareg, um den angestrebten Weg zur kirchlichen Einheit zu unterstützen.

Der armenisch-apostolische Katholikos von Kilikien, Aram I., während der Generalaudienz am 20.5.2026 auf dem Petersplatz neben Papst Leo XIV.
Der armenisch-apostolische Katholikos von Kilikien, Aram I., während der Generalaudienz am 20.5.2026 auf dem Petersplatz neben Papst Leo XIV.   (@Vatican Media)

Gemeinsam bei Generalaudienz

Sichtbares Zeichen der Bemühung um die Einheit der Christen war bei der Generalaudienz im Vatikan, dass der armenisch-apostolische Katholikos von Kilikien, Aram I., während der Audienz auf dem Petersplatz neben Leo XIV. saß. Beim Eröffnungssegen des Papstes bekreuzigte er sich.

(vatican news)

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20. Mai 2026, 10:16

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